06.11.2014
FLUG REVUE

Erste Analysen am Mount SharpMarsrover Curiosity lässt die Mühen der Ebene hinter sich

Der NASA-Marsrover Curiosity hat den Zentralberg Mount Sharp im Gale-Krater erreicht und dort mit ersten Gesteinsuntersuchungen begonnen. Die gefundenen Mineralien stimmen mit den Anzeichen überein, die bereits früher aus der Umlaufbahn gefunden worden waren.

sharp 2

Das Gesteinspulver wird mit dieser Schaufel ins Innere des Rovers zur Analyse befördert. © NASA  

 

Der Rover bohrte einen Felsbrocken an und führte das dabei entstandene Gesteinspulver dem CheMin-Instrument im Inneren des fahrbaren Labors zu, wo es genau untersucht wurde. Dabei wurde ein sehr hoher Anteil von Hämatit gefunden, weit mehr als in früheren Bodenproben. Hämatit, wegen seiner roten Farbe auch als Blutstein oder Rötel bekannt, ist die - zumindest auf der Erde - am häufigsten vorkommende Form des Eisen-III-Oxids. Die entsprechenden Anzeichen dafür hatte das Mineralien aufspürende Instrument CRISM (Compact Reconnaissance Imaging Spectrometer for Mars) an Bord des Mars Reconnaissance Orbiters schon gefunden, als die NASA noch gar keine Entscheidung über das Landegebiet von Curiosity getroffen hatte.

In den vergangenen zwei Jahren hatte Curiosity auf dem Weg zum rund fünf Kilometer hohen Mount Sharp ausschließlich Analysen in der Ebene des Kraters vorgenommen. Dabei kamen die Wissenschaftler zu der Überzeugung, dass sich einst hier ein See aus flüssigem Wasser befunden hatte. Sollte vor Milliarden von Jahren auf dem Mars mikrobielles Leben existiert haben, so wäre das unter anderem auch hier möglich gewesen. Allerdings hatte das CRISM hier keine Hilfestellung leisten können, weil, wahrscheinlich wegen dicker Staubablagerungen, keine Anzeichen für Mineralien gefunden werden konnten. Bei den vor Ort gefundenen Eisenoxiden hatte es sich mehrheitlich um Magnetite gehandelt.

Bei den Hämatiten handelt es sich hingegen um höhere Oxidationsformen, und wieder einmal sehen sich die Experten darin bestätigt, dass es einst Wasser auf dem Mars gegeben hat – das allerdings bezweifelt schon längst niemand mehr. Wenn aber praktisch jede „Jubelmeldung“ vom Mars mit der Feststellung endet, die Untersuchungen hätten einmal mehr bewiesen, dass es vor vielen Jahren Wasser auf dem Roten Planeten gab, dann droht die Gefahr, dass die Steuern zahlende Öffentlichkeit bald das Interesse an dem milliardenteuren Unternehmen verliert.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
flugrevue.de/Matthias Gründer


Weitere interessante Inhalte
Trotz Risiken NASA will SLS Ende 2019 erstmals starten

09.11.2017 - Die US-Raumfahrtbehörde hält am Erstflugtermin der neuen Schwerlastrakete Space Launch System (SLS) im Dezember 2019 fest - trotz eines Berichts, der auf Produktionsrisiken hinweist. … weiter

NASA-Forschung Flugtests für leisere Flugzeuge

27.10.2017 - Adaptive Flügelhinterkanten und neuartige Fahrwerksverkleidungen könnten den Lärm anfliegender Flugzeuge verringern. Die NASA hat die Technologien kürzlich mit einer Gulfstream GIII getestet. … weiter

Kraftpakete der Raumfahrt Top 10: Die stärksten Raketen der Welt

20.10.2017 - Nicht die Länge ist entscheidend, sondern die Leistung für die Aufnahme von Trägerraketen in den exklusiven Club der Kraftpakete. … weiter

Unterschall-X-Flugzeug von Aurora Flight Sciences NASA unterstützt weitere Entwicklung der D8

11.10.2017 - Aurora Flight Sciences hat einen Auftrag der NASA erhalten, sein Konzept für ein neues Passagierflugzeug voranzutreiben. … weiter

Pläne von NASA und Roskosmos Gemeinsame Raumstation im Mond-Orbit

28.09.2017 - Die USA und Russland wollen eine bemannte Raumstation in einer Umlaufbahn um den Mond entwickeln. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 12/2017

FLUG REVUE
12/2017
06.11.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Zerlegung entführte Landshut
- Erstflug Airbus A330neo
- airberlins letzte Landung
- NBAA-BACE Las Vegas
- Fliegerschießen Axalp
- Eurofighter Luftwaffe
- Kassenschlager CFM56
- Fliegeruhren EXTRA