13.06.2013
FLUG REVUE

Marswolken führen zu atmosphärischen Gezeiten

Wie auf der Erde gibt es auch auf dem Mars atmosphärische Gezeiten, doch dort erfassen sie die gesamte Atmosphäre, fanden Experten des Jet Propulsion Laboratory der NASA jetzt heraus.

Üblicherweise schwanken die Temperaturen auch auf dem Mars zwischen Tag und Nacht, jedenfalls nahmen das Wissenschaftler bisher an. Am Tag ist es relativ warm, nachts dagegen kühl. Bei der gründlichen Auswertung von Daten des Mars Climate Sounders an Bord des NASA-Orbiters MRO stellte sich jedoch jetzt heraus, dass es auch kurz nach Mitternacht ein Temperaturmaximum gibt. Das Phänomen ist nicht auf bestimmte Regionen beschränkt, sondern gilt für den gesamten Planeten. Solche rhythmischen Änderungen von Wind, Temperatur oder Druck werden atmosphärische Gezeiten genannt, die, anders als bei den Gezeiten der Ozeane, von Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht ausgelöst werden.

Auf der Erde sind sie nur unmittelbar über der Oberfläche messbar, doch der Mars hat nur etwa ein Prozent so viel Atmosphäre wie unser Planet. Dort dehnen sich kurzzeitige Temperaturveränderungen auf die gesamte Gashülle aus. Die sogenannten semi-diurnalen Gezeiten auf dem Roten Planeten waren bereits in den 70er Jahren beobachtet worden, aber damals nahm man an, sie hingen mit der Erwärmung von Staub in der Atmosphäre zusammen. Jetzt aber fanden die Wissenschaftler heraus, dass sie ihre Ursache in Wassereiswolken in Höhen zwischen zehn und 30 Kilometern haben. Auch wenn diese nur sehr dünn sind, so absorbieren sie doch infrarotes Licht. Offensichtlich befindet sich mehr Wasserdampf in der Marsatmosphäre, als bisher angenommen.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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