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Militärsatellit

USAF bringt neuen Spionagesatelliten ins All

Eine Schwerlastrakete Delta IV Heavy der United Launch Alliance hob gestern vom kalifornischen Luftwaffenstützpunkt Vandenberg ab und brachte einen geheimen Militärsatelliten ins All. Anhand der Missionsbezeichnung NROL-65 wird deutlich, dass das National Reconnaissance Office der USA als Auftraggeber fungierte.

US-Militärexperten gehen davon aus, dass es sich bei dem Raumflugkörper um den vorerst letzten optischen Aufklärungssatelliten KH-11 handelte, der angeblich eine Militärversion des Hubble-Teleskops darstellen soll. Nach Erreichen der Umlaufbahn erhielt er die offizielle Bezeichnung USA-245, was allerdings auch nicht viel mehr Licht in die Angelegenheit bringt. NROL-65 war die bislang 37. Mission mit einer solchen Bezeichnung, seit das NRO Ende 1996 begann, die Öffentlichkeit mit schmalen Informationen über seine Raumfahrtaktivitäten zu versorgen. Der erste Flug erfolgte als NROL-2 im Dezember 1996, während NROL-1 erst 2004 folgte, mit einem bunten Zahlenwirrwarr zwischendurch. Diese Informationspolitik sorgte entsprechend für zahlreiche Spekulationen über das militärische Raumfahrtprogramm der USA.

Der Startort Vandenberg weist allerdings darauf hin, dass der Flugkörper auf eine niedrige polare Umlaufbahn befördert wurde, was wiederum typisch für Fotoaufklärungssatelliten ist. Im Verein mit der derzeit leistungsfähigsten Trägerrakete der USA liegt also der Schluss nahe, dass es sich bei der Nutzlast um einen KH-11 gehandelt hat. Schließlich weist eine Luftraumsperre für den Starttag darauf hin, dass die Rakete in südsüdwestlicher Richtung flog – noch ein Indiz mehr für einen KH-11. In der Vergangenheit sind nur zwei andere NRO-Nutzlasten von Vandenberg aus gestartet worden und zwar Funkaufklärungssatelliten des Typs Improved Trumpet (2006 und 2008). Derzeit umkreisen vier KH-11, drei Lacrosse und zwei Radarsatelliten FIA-R die Erde. Sie werden ergänzt von einer ganzen Reihe von Navy-Aufklärungssatelliten NOSS.

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