19.04.2014
Erschienen in: 10/ 2013 FLUG REVUE

Einst hatte der Mars mehr LuftNASA-Marssonde MAVEN: Späher in der Höhe

Alle zwei Jahre plant die NASA eine Mission zum Mars. Während derzeit zwei ihrer Rover auf der Oberfläche unterwegs sind und ein Orbiter aus der Umlaubahn die Oberfläche kartiert, soll sich der nächste dem Studium der Atmosphäre widmen.

Wissenschaftler sind sich schon seit langem darin einig, dass der Mars einst eine viel dichtere Atmosphäre hatte. Bis heute jedoch ist es ein Geheimnis, warum diese Lufthülle im Verlaufe vieler Millionen Jahre immer dünner wurde und in der Folge aus dem Mars ein kalter, steriler und trockener Wüstenplanet werden konnte. Die nächste Marssonde der NASA soll nun dieses Rätsel lösen: MAVEN (Mars Atmosphere and Volatile Evolution) wurde am 18. November 2013 in Richtung des Roten Planeten gestartet und soll dessen obere Atmosphärenschichten erforschen. Vor allem wollen Planetologen wissen, welchen Einfluss die Aktivität der Sonne auf das Schwinden der Marsatmosphäre hat. Anders gefragt: Hat der Sonnenwind die Marsatmosphäre davongeblasen?

Satellitenbilder und Bodenproben erbrachten in den letzten Jahren zahlreiche Beweise dafür, dass einstmals Flüsse und sogar Ozeane einen Teil der Planetenoberfläche bedeckten. Die Existenz flüssigen Wassers indessen setzt eine dichte Atmosphäre voraus, unter der sich wiederum – zumindest im Verlauf von Jahreszeiten und/oder in Äquatornähe – Temperaturen im Plusbereich halten konnten.

Der Sonnenwind ist ein dünner, aber ständiger Strom elektrisch geladener Teilchen, welche von der Sonnenoberfläche in den Raum abgestrahlt werden. Allerdings „bläst“ dieser Wind nicht gleichmäßig, sondern kann sich in Zeiten großer Sonnenaktivität durchaus zum Sturm auswachsen, vor dem uns auf der Erde das Magnetfeld schützt. Der Mars aber hat heute praktisch kein Magnetfeld mehr, so dass der Teilchenstrom von der Sonne ungehindert auf die Marsatmosphäre drücken kann. Schließlich ist die Lufthülle so dünn, dass die harte UV-Strahlung bis zur Planetenoberfläche durchdringt, was die Existenz von Leben unmöglich macht. Was ist also geschehen? Warum hat der Mars seinen magnetischen Schutzschild verloren, der doch vor Jahrmilliarden noch den Planeten umgab?


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flugrevue.de/Matthias Gründer


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