30.12.2018
FLUG REVUE

Neujahrsrendezvous im KuipergürtelNASA-Sonde New Horizons peilt Ultima Thule an

Um 6:33 Uhr MEZ am Neujahrsmorgen wird New Horizons in nur 3500 Kilometern Entfernung am Objekt 2014 MU69, genannt Ultima Thule vorbeifliegen, das sich sechseinhalb Milliarden Kilometer von der Erde entfernt befindet.

New Horizons Ultima Thule Grafik 2018

New Horizons soll am 1.Januar 2019 in nur 3500 Kilometer Entfernung an Ultima Thule im Kuipergürtel vorbeifliegen (Zeichnung: NASA).  

 

Während der relativ kurzen Vorbeiflugphase an Ultima Thule, mit einer Geschwindigkeit von 14 Kilometern pro Sekunde, werden sieben wissenschaftliche Experimente Fotos, Spektren und physikalische Messwerte aufzeichnen. Neben drei optischen Geräten, dem UV-Spektrometer Alice sowie den hochauflösenden Kamerasystemen LORRI und Ralph, befinden sich auch zwei Teilchen- und Plasma-Messinstrumente (PEPSSI und SWAP), ein Staubdetektor (SDC) und das Radioexperiment (REX) an Bord von New Horizons.

Das Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) fördert die Beteiligung von Dr. Martin Pätzold an REX mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. REX soll anhand von Radiowellen die Oberflächentemperatur sowie Masse und Dichte von Ultima Thule bestimmen. Diese Werte geben Hinweise darauf, wie der Körper im Innern aufgebaut ist und wie er vor gut viereinhalb Milliarden Jahren am Rande des solaren Urnebels entstanden ist.

Die Forscher gehen davon aus, dass Ultima Thule zwischen 20 und 30 Kilometern groß sein wird. In den Jahren 2017 und 2018 ergaben sich anhand der Beobachtung von Sternbedeckungen durch Ultima Thule Anhaltspunkte, dass das Objekt möglicherweise aus zwei Körpern besteht, die sich umkreisen. An diesen Beobachtungen war auch das fliegende Observatorium SOFIAdes DLR und der NASA entscheidend beteiligt.

New Horizons startete am 19. Januar 2006 von Cape Canaveral (Florida) mit dem Ziel, zum Zwergplaneten Pluto und weiter durch den Kuipergürtel zu fliegen. Am 28. Februar 2007 wurde die knapp 500 Kilogramm schwere Sonde durch einen nahen Vorbeiflug am Riesenplaneten Jupiter auf ihre endgültige Reisegeschwindigkeit beschleunigt. Danach entfernte sie sich mit 83.600 Kilometern pro Stunde von der Sonne. Der Vorbeiflug an Pluto und Charon geschah dann am 14. Juli 2015 mit einer Geschwindigkeit von 50.400 Kilometern pro Stunde.




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