16.03.2015
FLUG REVUE

Surfen im MagnetfeldNASA startet vier MMS-Satelliten

An Bord einer Atlas-V-Rakete brachte die NASA am 12. März 2015 vier Forschungssatelliten ins All. Ihr Auftrag: Die Erforschung des irdischen Magnetfeldes.

MMS

Die Satelliten sollen die Wechselwirkung zwischen den Magnetfeldern der Sonne und der Erde dreidimensional abbilden. © NASA  

 

Die baugleichen Satelliten des Typs MMS (Magnetospheric Multiscale Mission) sollen die Wechselwirkung zwischen den Magnetfeldern der Erde und der Sonne untersuchen und möglichst genaue, dreidimensionale Ansichten der Phänomene erstellen, die dabei auftreten. Wissenschaftler vermuten, dass, je nach Größe und Geschwindigkeit der aufeinanderprallenden Magnetfelder gewaltige Energien frei werden können. Diese sogenannte magnetische Rekonnexion stellt eine Neuverbindung magnetischer Feldlinien dar, die zum Beispiel auf der Sonnenoberfläche aus verschiedenen Feldlinienbündeln stammen. Liegen sie nahe beieinander, kann sich eine Grenzschicht bilden, in der starke Ströme fließen und die Felder zum Teil ausgelöscht werden. Dabei werden enorme Energien frei, Plasma wird aufgeheizt und von der Sonne weg beschleunigt. Damit ist es in der Lage, auch das Magnetfeld der Erde zu beeinflussen. Insgesamt vermuten die Experten als Folge solcher Rekonnexionen einige der stärksten Explosionen im Sonnensystem.

Die Satelliten verfügen jeweils über rund 100 Sensoren und sollen ab Sommer dieses Jahres mit ihrer Arbeit beginnen. Vorerst sind jedoch erst einmal diverse Funktionschecks sowie die Ausrichtung der Flugkörper in ihrer Konstellation erforderlich. Insgesamt lässt sich die NASA die Satellitenmission umgerechnet 3,7 Milliarden Euro kosten. MMS ist die vierte Mission des NASA-Programms Solar Terrestrial Probes, das 2001 mit dem Start von TIMED eröffnet wurde. Dem folgten der japanische Solarbeobachtungssatellit Hinode mit NASA-Beteiligung September 2006), die Zwillingssatelliten STEREO (Oktober 2006) und nun MMS.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
flugrevue.de/Matthias Gründer


Weitere interessante Inhalte
Fliegendes NASA- und DLR-Observatorium SOFIA landet zum C-Check in Hamburg

20.11.2017 - Eine zum fliegenden Himmelsbeobachter umgebaute Boeing 747 SP ist am Montag für einen sogenannten C-Check in Hamburg gelandet. Lufthansa Technik macht den Oldie-Jumbo an der Elbe technisch wieder fit. … weiter

Trotz Risiken NASA will SLS Ende 2019 erstmals starten

09.11.2017 - Die US-Raumfahrtbehörde hält am Erstflugtermin der neuen Schwerlastrakete Space Launch System (SLS) im Dezember 2019 fest - trotz eines Berichts, der auf Produktionsrisiken hinweist. … weiter

NASA-Forschung Flugtests für leisere Flugzeuge

27.10.2017 - Adaptive Flügelhinterkanten und neuartige Fahrwerksverkleidungen könnten den Lärm anfliegender Flugzeuge verringern. Die NASA hat die Technologien kürzlich mit einer Gulfstream GIII getestet. … weiter

Kraftpakete der Raumfahrt Top 10: Die stärksten Raketen der Welt

20.10.2017 - Nicht die Länge ist entscheidend, sondern die Leistung für die Aufnahme von Trägerraketen in den exklusiven Club der Kraftpakete. … weiter

Unterschall-X-Flugzeug von Aurora Flight Sciences NASA unterstützt weitere Entwicklung der D8

11.10.2017 - Aurora Flight Sciences hat einen Auftrag der NASA erhalten, sein Konzept für ein neues Passagierflugzeug voranzutreiben. … weiter


FLUG REVUE 01/2018

FLUG REVUE
01/2018
11.12.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- 100. Airbus A380 für Emirates
- Airbus-Hoffnung China
- Auftragsfeuerwerk Dubai Air Show
- Tornado-Training
- F-35 für die Luftwaffe?
- Adaptive Tragflächen
- Vorausschauende Instandhaltung
- Mehrwegraketen