02.08.2013
FLUG REVUE

Neue US-Trägerrakete SLS absolviert Preliminary Design Review (PDR)

Ab 2017 soll das Space Launch System (SLS) mit der Raumkapsel Orion von der Erde abheben, zunächst in Richtung Internationale Raumstation, später dann in Richtung Mond und Mars. Was aber ist solch eine PDR auf dem Weg zum Bau der Großrakete?

Wörtlich übersetzt handelt es sich um eine vorläufige Konstruktionskontrolle, und diese findet immer dann statt, wenn ein bestimmter Programmabschnitt absolviert worden ist. Der erste Entwurf des SLS führte zu einer 97,8 Meter hohen und 70 Tonnen schweren Rakete, die beim Jungfernflug „Exploration Mission 1“ in drei Jahren erstmals mit einer unbemannten Orion-Kapsel an der Spitze ins All starten soll. Bei diesem Test soll die Gesamtfunktion des Raumtransportsystems getestet werden, bevor erstmals Astronauten an Bord gehen dürfen.

Inzwischen wurde die Rakete jedoch weiterentwickelt. Mit 130 Tonnen Startmasse soll sie in der stärkeren Version rund 20 Prozent mehr Schub abgeben als die Saturn V, die einst US-Astronauten auf eine Flugbahn zum Mond brachte. Sie wird vorrangig dem Frachttransport dienen, soll aber einst auch Astronauten in Richtung Mars befördern können. Dabei nutzen die Konstrukteure aus Gründen der Kostenersparnis auch Materialien und Technologien, die sich bei früheren Systemen bewährt haben.

Inzwischen haben bereits sogenannte Element-level PDRs stattgefunden, bei denen die Konstruktionsunterlagen für die Hauptstufe, die Booster und Triebwerke, das Raumfahrzeug und andere Nutzlasten freigegeben werden konnten. Sie ergaben, dass die Dokumente den geforderten Vorgaben entsprechen und mögliche Risiken sowie die Kosten so gering wie möglich gehalten werden. Erst wenn alle diese Anforderungen erfüllt sind, kann der eigentliche Bau beginnen. Bei der jüngsten Hauptkontrolle Ende Juni konnten nun RIDs ausgeschlossen werden (Review Item Discrepances – Abweichungen vom Untersuchungsgegenstand), die „nichts Schlimmes sind – im Gegenteil: Sie machen die Konstruktion am Ende nur noch besser“, sagt Jim Turner, verantwortlich für die Systementwicklung beim  Marshall Space Flight Center der NASA.

Mehr als 31 Tage lang berieten Experten der NASA und der Industrie, sichteten mehr als 200 Dokumente und 15 Terabytes an Daten und legten im Abschluss dem Human Exploration and Operations Mission Directorate der Agentur ihre Empfehlungen vor: Der Bau der Rakete kann beginnen.

flugrevue.de/Matthias Gründer


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