12.10.2013
FLUG REVUE

ESA-KometensondeNoch 100 Tage bis zum Wecksignal

Die am 2. März 2004 gestartete ESA-Tiefraumsonde Rosetta kommt ihrem Ziel, dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko, immer näher. Derzeit befindet sie sich im „Tiefschlaf“, aber in 100 Tagen wird sie aufgeweckt.

rosetta

Im Spätsommer 2014 werden Rosetta und der Landekörper Philae den Kometen gründlich erforschen. © Nowosti  

 

Der Wecker steht auf exakt zehn Uhr morgens MEZ am 20. Januar 2014. Als erstes wird Rosetta die Navigationsinstrumente aufwärmen und dann die Hauptantenne in Richtung Erde ausrichten um zu melden, dass sie noch am Leben ist. Allerdings erwarten die Wissenschaftler in der Bodenstation den Empfang dieser Signale nicht vor 17.45 Uhr am frühen Nachmittag. Nach rund zehnjährigem Flug durch das All sind sie natürlich besonders gespannt auf den Zustand der Sonde und ihrer Bordgeräte.

Zu diesem Zeitpunkt hat Rosetta noch rund neun Kilometer Flugstrecke vor sich, bis sie den Zielkometen erreicht. In der Zwischenzeit gibt es ausreichend Gelegenheit, die elf Instrumente an Bord der Sonde und die zehn des Landers gründlich auf ihre Funktionsfähigkeit zu checken. Im Mai erfolgen dann die entscheidenden Kommandos für die letzten Bahnmanöver zum Erreichen des Kometen. Gleichzeitig werden die ersten Bilder des Ziels aus rund zwei Millionen Kilometer Entfernung zur Erde gesendet, und danach erfolgt die ununterbrochene fotografische Beobachtung. Aus diesen Bildern wollen die Experten am Boden die Rotationsgeschwindigkeit und die Ausrichtung der Drehachse ableiten und nicht zuletzt die Oberfläche nach dem besten Landeplatz für Philae untersuchen.

Je näher die Sonde dem nur etwa vier Kilometer großen Kometenkern kommt, desto umfangreicher wird das Programm der Forschungen: Bestimmung der Masse und Ausmaße, der Anziehungskraft, Untersuchung der Koma und der Plasmaumgebung, deren Interaktion mit dem Sonnenwind sowie nicht zuletzt die genaue Kartierung des kosmischen Vagabunden. Ende September schließlich soll der rund 100 Kilogramm schwere Lander auf der Oberfläche niedergehen und intensive Forschungsaufgaben lösen.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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