04.05.2010
FLUG REVUE

Legendärer "Pad Fuhrer" Guenter Wendt ist gestorben„Pad Führer“ Guenter Wendt ist gestorben

Der Mann, der bei den meisten Flügen der frühen US-Raumfahrt der letzte war, den die Astronauten vor dem Schließen der Luken zu sehen bekamen, starb am 3. Mai in seinem Haus in Merritt Island, Florida.

Guenter Wendt

Guenter Wendt und Walter Schirra im White Room. © NASA  

 

Guenter Wendt stammte aus Deutschland, und wegen seines unverkennbaren Akzents, vor allem aber wegen seiner Gründlichkeit im „White Room“ nannten ihn die Astronauten nur den „Pad Fuhrer“. Er war es, der die Oberaufsicht in jener Kabine führte, wo die letzten Checks vor dem Einsteigen in die Kapseln durchgeführt wurden. Im Film „Apollo 13“ wurde ihm ein Denkmal gesetzt, als Tom Hanks in der Rolle von Jim Lovell fragte: „Wo ist eigentlich Guenter Wendt?“

Wendt beaufsichtigte bereits die Mercury- und Gemini-Flüge, aber der neue Servicedienstleister beim Apollo-Programm bestätigte zunächst nicht seinen Vertrag. Als am 28. Januar 1967 Gus Grissom, Edward White und Roger Chaffee bei einem Test auf der Rampe in der Kapsel von Apollo 1 verbrannten, wendete sich jedoch das Blatt: Die Astronauten verlangten umgehend die Rückkehr ihres legendären Pad Führers, denn sie waren überzeugt, dass unter seiner Kontrolle die Katastrophe nicht passiert wäre.

Von da an brachte Wendt alle Apollo-Astronauten sicher auf ihren Weg zum Mond, und auch beim Space-Shuttle-Programm war er wieder der Herr des White Rooms. Folgerichtig gehörte er auch zur Regierungskommission, welche 1986 die Ursachen der Challenger-Katastrophe untersuchte.

1989 wurde Guenter Wendt pensioniert, doch blieb er dem Cape treu. Er arbeitete als Berater für Filmfirmen und gehörte dem Bergungstrupp an, welcher die einst im Atlantik versunkene Mercury-Kapsel „Liberty Bell 7“ zurück ans Tageslicht holte. Für die heutigen Spezialisten am Startplatz war er ein gesuchter Gesprächspartner. Er wurde 85 Jahre alt.

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MG


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