13.08.2018
FLUG REVUE

NASA-SondeParker Solar Probe auf dem Weg zur Sonne

Eine Delta IV Heavy brachte am 12. August die Parker Solar Probe der NASA ins All. Die Sonde soll der Sonne so nah wie bisher kein anderes Raumfahrzeug kommen.

Parker Solar Probe Rendering

Die Parker Solar Probe soll sich der Sonne bis auf sechs Millionen Kilometer nähern. Foto und Copyright: Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory  

 

Die Delta IV Heavy hob am Sonntag um 3.31 Uhr Ortszeit vom Space Launch Complex 37 in Cape Canaveral in Florida ab. Der Start war ursprünglich für Samstag geplant gewesen, musste aber wegen technischen Problemen verschoben werden.

Die Sonde soll der Sonne so nahe kommen wie bisher kein anderes Raumfahrzeug. Insgesamt 24 Vorbeiflüge sind geplant, der minimale Abstand beträgt dabei etwa sechs Millionen Kilometer. Die Parker Solar Probe wird sich nach Angaben der NASA mit rund 688.000 Kilometern pro Stunde fortbewegen und damit einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufstellen.

Im Fokus der Sonde steht die Untersuchung der Sonnenkorona und des Sonnenwinds. Dazu ist sie unter anderem mit einem Instrument zur Messung elektrischer Felder, verschiedenen Magenotmetern, einer Weitwinkelkamera und Partikelmessern ausgerüstet. Die Instrumententests sollen Anfang September beginnen, danach kann der Wissenschaftsbetrieb losgehen, so die NASA. In den kommenden zwei Monaten wird die Sonde zunächst zur Venus fliegen, um deren Schwerkraft für eine Orbitänderung zu nutzen. Während der auf sieben Jahre angelegten Mission sind sechs weitere Vorbeiflüge an der Venus geplant.

Die Parker Solar Probe ist mit einem speziellen Hitzeschild ausgestattet, dass die Instrumente vor der extremen Hitze der Sonnenkorona schützen soll. Das Hitzeschild, das sogenannte Thermal Protection System (TPS), besteht aus einem Schaum aus Kohlefaserverbundwerkstoffen zwischen zwei Kohlefaserplatten, hat einen Durchmesser von 2,4 Metern und ist 11,5 Zentimeter dick. Nach Angaben der NASA hat es bei Tests Temperaturen von bis zu 1650 Grad Celsius standgehalten.

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Ulrike Ebner


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