09.05.2017
FLUG REVUE

Neues RaketentriebwerkReaction Engines baut SABRE-Teststand

Das britische Luft- und Raumfahrtunternehmen plant ab 2020 Bodentests mit dem Hybridtriebwerk SABRE.

SABRE-Testanlage Reaction Engines

In Westcott in Großbritannien baut Reaction Engines ein Testzentrum für das SABRE-Triebwerk. Foto und Copyright: Reaction Engines Ltd  

 

Reaction Engines hat kürzlich mit dem Bau einer Testanlage für den neuartigen, luftatmenden Raketenantrieb SABRE (Synergistic Air-Breathing Rocket Engine) begonnen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Die Bodentests des Kerntriebwerks und kritischer Subsysteme sollen 2020 beginnen.

Das Erprobungszentrum im britischen Westcott, Buckinghamshire umfasst einen Mehrzweck-Antriebsteststand mit Kontrollraum, ein Montage-Gebäude, Werkstätten und Büros. Die Werkstätten auf dem Testgelände sollen Konfigurationsänderungen am Triebwerk vereinfachen und dadurch Tests und Weiterentwicklung beschleunigen.

SABRE ist eine Mischung aus Ramjet- und Raketentriebwerk und soll auch in diesen beiden Modi Raumfahrzeuge antreiben können. Im Jetbetrieb (Mach 0 bis 5) nutzt SABRE als Treibstoff verdampften Wasserstoff und Luftsauerstoff. Im Raketenmodus (bis Mach 25) kommen flüssiger Wasserstoff und mitgeführter flüssiger Sauerstoff zum Einsatz.

SABRE-Triebwerk

Das SABRE von Reaction Engines ist eine Kombination aus Jet- und Raketentriebwerk. Foto und Copyright: Reaction Engines  

 

Die wohl heikelste Entwicklung im Zusammenhang mit SABRE sind die Wärmetauscher. Sie müssen im Jetmodus die beim Hyperschallflug einströmende, heiße Luft in kürzester Zeit extrem herunterkühlen müssen - von 1000 °C auf -150 °C in Sekundenbruchteilen, und zwar ohne Eisbildung. Nach Angaben von Reaction Engines fanden bereits erste erfolgreiche Tests mit diesen Pre-Coolern sowie mit Brennkammertechnologien statt. Im Frühjahr 2018 sind Hochtemperaturtests mit den Wärmetauschern geplant.

Finanziell unterstützt wird Reaction Engines bei der SABRE-Entwicklung von der europäischen Raumfahrtagentur ESA und der britischen Regierung. 2015 ist auch der britische Luftfahrt- und Rüstungskonzern BAE Systems mit 20 Prozent Beteiligung bei Reaction Engines eingestiegen.

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Ulrike Ebner


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