10.03.2014
FLUG REVUE

Schon jetzt verdampft das EisRosetta-Komet wacht früher auf

Da ist er wieder: Nachdem 67P/Tschurjumow-Gerassimenko im Oktober vergangenen Jahres von der Erde aus gesehen hinter der Sonne verschwunden war, ist der Zielkomet der ESA-Mission Rosetta nun wieder zu sehen.

rosetta

Vermutlich wird Rosetta den Kometen bei ihrer Ankunft nicht mehr so klar sehen wie auf dieser künstlerischen Darstellung. © ESA  

 

In der jüngsten Aufnahme, die Forschern des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) und der Europäischen Südsternwarte (ESO) am 28. Februar 2014 mit Hilfe des Very Large Telescope gelang, zeigt sich der Komet heller als ein inaktiver Kern allein erwarten ließe. Das deutet daraufhin, dass bereits jetzt Eis vom Kometen verdampft und eine sehr dünne Atmosphäre um den Kern bildet. Im August dieses Jahres wird die Raumsonde Rosetta 67P/Tschurjumow-Gerassimenko erreichen und diesen bis mindestens Ende 2015 auf seinem Weg um die Sonne begleiten.

Um den Kometen aus einer Entfernung von 740 Millionen Kilometern sichtbar zu machen, überlagerten die Wissenschaftler mehrere Aufnahmen, die zu verschiedenen Zeiten am 28. Februar entstanden waren. Zuvor verschoben sie die Bilder leicht, um die Bewegung des Kometen auszugleichen. Die eigentlich fixen Sterne erscheinen dadurch als breit verschmierte Striche. Durch Herausrechnen des Sternenhintergrundes kommt der Komet selbst zum Vorschein: ein winziger Punkt im All.

Für die Forscher ist dieser winzige Punkt dennoch aussagekräftig, denn schon jetzt ist 67P/Tschurjumow-Gerassimenko um 50 Prozent heller als auf dem letzten Bild vom Oktober 2013. Zwar hat sich der Komet in der Zwischenzeit der Erde um weitere 50 Millionen Kilometer genähert (der Sonne um weitere 80 Millionen Kilometer), doch ist der Helligkeitsanstieg größer als erwartet. Die jüngsten Berechnungen legten nahe, dass die Aktivität des Kometen bereits ab März dieses Jahres von der Erde aus messbar sein müsste. In enger Zusammenarbeit mit der ESA wollen die Forscher auch in den nächsten Monaten überwachen, wie sich die Helligkeit des Kometen entwickelt. Die Daten werden helfen einzuschätzen, was die Raumsonde Rosetta bei ihrer Ankunft am Kometen erwartet.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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