01.06.2013
FLUG REVUE

Strahlung auf dem Weg zum Mars

Noch während die Raumsonde mit dem Marsrover Curiosity an Bord zum Mars flog, war ein Instrument bereits in Betrieb: das Strahlungsmessgerät RAD (Radiation Assessment Detector). Zum ersten Mal konnte damit die Strahlung im Inneren einer Raumsonde im interplanetaren Raum zwischen Erde und Mars gemessen werden.

Vom 6. Dezember 2011 bis zum 14. Juli 2012 zeichnete das schuhkartongroße Messgerät RAD auf dem Rover schon während des Flugs durch den Weltraum die galaktische Strahlung auf. Es saß dabei - ähnlich wie ein Astronaut - im Inneren der Raumsonde und wurde durch deren Hülle und andere Bauteile teilweise vor der Strahlung abgeschirmt. Dabei war RAD jeden Tag im Durchschnitt einer Strahlungsdosis von 1,8 Millisievert ausgesetzt. Unter der schützenden Hülle der Erdatmosphäre hingegen beträgt die jährliche Strahlendosis durch kosmische Strahlung lediglich 0,3 Millisievert.

Zusätzlich zur permanenten galaktischen Strahlung zeichnete das Gerät auch die Strahlung von fünf solaren Stürmen während der Reise auf. Ein Glücksfall für die Wissenschaftler, denn damit konnten sie bereits auf dem Flug ein breites Spektrum messen und wertvolle Daten über den Einfluss von Sonnenstürmen auf die Strahlenexposition erhalten. Die gewonnenen Daten sollen aber auch dazu beitragen, zukünftige Langzeitmissionen für Astronauten besser planen zu können. Welche Strahlenbelastung kommt bei einem Flug zum Mars auf die Besatzung eines Raumschiffs zu? Welche Maßnahmen sind erforderlich, um diese Strahlendosis möglichst gering zu halten? Diese Fragen hoffen die Wissenschaftler mit ihren neu gewonnenen Daten beantworten zu können.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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