28.03.2018
FLUG REVUE

Chinesische RaumstationTiangong-1 vor dem Absturz

Wann tritt die aufgegebene chinesische Raumstation in die Atmosphäre ein und wo könnten Trümmerteile auf der Erde niedergehen?

Tiangong-1

Die chinesische Raumstation Tiangong-1 stürzt Ende März/Anfang April 2018 ab. Foto und Copyright: CMSE/China Manned Space Engineering Office  

 

Die chinesische Raumstation Tiangong-1 (dt. Himmelspalast) wird sehr wahrscheinlich zwischen dem Morgen des 31. März und dem frühen Morgen des 2. April in die Erdatmosphäre eintreten. Das prognostiziert das Büro für Raumfahrtrückstände im ESOC (European Space Operations Centre) der europäischen Raumfahrtagentur ESA in Darmstadt. 

Beim Flug durch die Atmosphäre wird die Raumstation zum Großteil verglühen. Nur Elemente aus Titan oder Edelstahl überstehen die hohen Temperaturen. Die ESA-Experten gehen davon aus, dass 20 bis 40 Prozent der Raumstation als Trümmer auf die Erde niedergehen könnten. Die endgültige Absturzstelle wird sich irgendwo zwischen 42,8 Grad nördlicher und 42,8 Grad südlicher Breite befinden.  „Die Eingrenzung auf ein einzelnes Land oder Gebiet ist aber unmöglich“, sagt Dr. Holger Krag, Leiter des Space-Debris-Büros im ESOC.

Die Trümmerschleppe am Boden kann laut ESA über tausend Kilometer lang sein, die Abstände zwischen den Fragmenten seien jedoch groß. Die Objekte am Boden fielen auch nicht unbedingt als Raumfahrt-Hardware auf. Panikmache hält Krag für wenig sinnvoll. Die Wahrscheinlichkeit von einem Trümmerteil verletzt zu werden, schätzt er so hoch ein, „wie die Möglichkeit von einem Blitz zweimal in einem Jahr getroffen zu werden“.

Tiangong-1 ist seit 2013 unbemannt, seit 2016 besteht kein Kontakt mehr zur Raumstation. Sie ist zwölf Meter lang und wiegt 8,5 Tonnen. Auf einem Blog gibt die ESA bis zum Wiedereintritt von Tiangong-1 regelmäßige Updates.

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Ulrike Ebner


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