26.08.2014
Erschienen in: 11/ 2013 FLUG REVUE

TrägerraketenMit voller Kraft ins Weltall

Der Markt für Raumfahrtträgerraketen ist in Bewegung. Neue Muster ergänzen oder ersetzen bewährte, um die Herausforderungen der Zukunft meistern zu können. Unsere Marktübersicht zeigt die wichtigsten.

Eine Neuigkeit beherrschte die Diskussionen in der Branche gerade in jüngster Zeit: Die Vereinbarung zwischen Arianespace und Astrium über die Lieferung von 18 Ariane 5 ECA, die ab 2017 zum Einsatz kommen sollen. Damit wächst die Zahl der Träger in der laufenden Produktion auf 38, und in 550 europäischen Unternehmen mit 6000 Mitarbeitern sind Arbeitsplätze sowie Kontinuität über das Jahr 2017 hinaus gesichert. Bis zum Ende dieses Jahrzehnts haben so die Kunden des europäischen Raumtransportunternehmens die Garantie für die Fortführung der Startdienste in Kourou.

Frankreich zeigte indessen sein großes Interesse an der Fortführung des Programms und gab Anfang September die Bereitstellung von 25 Millionen Euro für ein Upgrade der Ariane 5 bekannt. Mittels einer zwei Meter längeren Nutzlastverkleidung von RUAG Space soll ab 2015 das Transportvolumen geostationärer Nutzlasten ohne Leistungseinbußen der Rakete gesteigert werden.

Im Juli 2013 hatte zudem die ESA bekanntgegeben, dass man sich auch einvernehmlich auf die Grundkonfiguration des Nachfolgemusters Ariane 6 geeinigt habe, bestehend aus zwei Feststoffantrieben und einem mit kryogenen Treibstoffen für die einzelnen Stufen. Ganz so einvernehmlich kann aber die Entscheidung nicht gewesen sein, denn inzwischen ballen sich dunkle Wolken zwischen Frankreich und Deutschland zusammen. Die Franzosen wollen eine kostengünstige Rakete mit niedrigem Startpreis für die Kunden, während die Deutschen das als „Billigrakete“ bezeichnen, was ja nun nicht das Ziel bei der Entwicklung einer modernen und umweltfreundlichen Rakete der Zukunft sein könne.


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