15.05.2013
FLUG REVUE

Vor 50 Jahren: Gordon Coopers Mercury-Mission

Am 15. Mai 1963 startete am Cape Canaveral die Mission Mercury-Atlas-9 (MA-9) mit der Raumkapsel "Faith 7" an der Spitze. An Bord befand sich NASA-Astronaut Gordon Cooper.

Cooper umkreiste in 34 Stunden und 19 Minuten 23-mal die Erde und legte dabei rund 957.000 Kilometer zurück - soweit die Kurzbeschreibung seines Fluges, der allerdings in der Realität ziemlich dramatisch verlief. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die USA den Wettlauf ins All gegen die Sowjetunion ohnehin bereits verloren hatten und dass die Russen mit ihren größeren Wostok-Raumkapseln bereits weit längere Flüge absolvieren konnten, hatte MA-9 keinerlei wissenschaftlichen oder raumflugtechnischen Wert mehr. Dennoch schoss man ihn ins All, denn so konnte man zu diesem Zeitpunkt den vier Wostok-Missionen wenigstens sechs Mercury-Flüge gegenüberstellen (auch wenn die ersten beiden nur ballistische Hüpfer gewesen waren).

Coopers Kapsel "Faith 7" hatte ab dem vierten Erdumlauf Elektronikprobleme, so dass schon frühzeitig klar war, dass er sie per Hand für den Wiedereintritt ausrichten musste. Während der 19. Erdumkreisung begann die Kapael Rollbewegungen auszuführen, weil das Sicherheitssystem den Wiedereintritt eingeleitet hatte, obwohl eigentlich noch drei weitere Umläufe auf dem Plan standen. Wenig später versagte die Höhenanzeige und schließlich fiel die Automatik vollständig aus. Cooper musste den Einfallswinkel von Hand einstellen, den Horizont als Bezugslinie nutzen, die Kapsel in allen drei Achsen stabil halten und die Bremsraketen abfeuern. Wegen eines Spannungsabfalls arbeitete zu guter Letzt die Sauerstoffversorgung nicht mehr richtig - ein Wunder, dass der Astronaut samt "Faith 7" heil ins Wasser fiel!

Gordon Cooper flog noch zweimal ins All, im August 1965 an Bord von Gemini 5 und im September 1966 mit Gemini 11. Er starb im Jahre 2004.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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