28.06.2013
FLUG REVUE

Voyager verlässt endgültig das Sonnensystem

Signale der Raumsonde Voyager 1, die sich mittlerweile rund 18,5 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt befindet, deuten darauf hin, dass sie in Kürze als erster künstlicher Raumflugkörper den interstellaren Raum erreichen wird.

Diese Grenze, auch als Heliopause bezeichnet, ist jene Region, in der das Magnetfeld der Sonne nicht mehr nachzuweisen ist, weil die solaren Teilchen dort draußen von der interstellaren Strahlung abgeblockt werden. Vorher allerdings muss Voyager 1 noch die Grenzregion Helioscheide durchqueren. Als im August 2012 vergangenen Jahres die Messgeräte der Sonde registrierten, dass die Zahl der solaren Teilchen um den Faktor 100 sank, die Zahl der interstellaren Teilchen indessen um zehn Prozent stieg, schlussfolgerten die Wissenschaftler, dass Voyager 1 nun endgültig auf dem Wege aus unserem Sonnensystem heraus sei.

Obwohl die Solarteilchen weniger werden, ändert sich ihre Richtung nicht, weil sich die Magnetfeldlinien der Sonne mit jenen der interstellaren Strahlung verknüpfen. Dieses Hin und Her von Teilchen bezeichnen Astrophysiker als „Magnetautobahn“. Jetzt kann es noch Monate oder gar Jahre dauern, bis die Sonde das Sonnensystem tatsächlich verlässt. Voyager 1 war am 5. September 1977 gestartet worden und flog an den Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun vorbei. Jetzt bewegt sie sich mit rund 61.000 km/h durch den Weltraum; ihre Signale brauchen inzwischen etwa 17 Stunden bis zur Erde.

 

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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