06.10.2013
FLUG REVUE

MarsforschungWüstentest für ESA-Marsauto

Die Atacama-Wüste in Chile ist eines der trockensten Gebiete der Erde, hat keinerlei Vegetation und sieht mit ihrem rotbraun gefärbten Geröll aus wie eine Marslandschaft. Hier soll sich ein ferngesteuerter Rover der ESA eine Woche lang bewähren.

esa-rover

Im trockensten Wüstengebiet unseres Planeten soll der Rover seine Marstauglichkeit beweisen. © ESA  

 

In fünf Jahren will die Europäische Raumfahrtorganisation ESA ihren ersten Rover auf den Mars schicken, und bis dahin gibt es noch viel zu tun. Eine der Etappen auf dem Weg dahin wird ein „Stellvertreter“ in der Atacama-Wüste absolvieren, um den am Projekt beteiligten Wissenschaftlern und Ingenieuren Erfahrungen für den Bau und Betrieb eines solchen Fahrzeugs zu vermitteln. Die Kontrolleure für die Aktion SAFER (Sample Acquisition Field Experiment with a Rover) sitzen in der britischen Satellite Applications Catapult Facility in Harwell. Dabei werden sie mit Luftaufnahmen des Geländes versorgt, die von einem unbemannten Luftfahrzeug gewonnen und zur Bodenstation gesendet werden, genauso, wie das im „Ernstfall“ ein im Marsorbit kreisender Satellit täte.

Die Planung für die auf fünf Tage angelegte Mission wurde so zusammengestellt, dass jeder Tag auf der Erde zwei Sols, also Marstagen, entspricht. Dabei werden Daten abgefragt und Kommandos abgeschickt, welche der Rover am nächsten Sol autonom ausführen wird. Eingesetzt wird ein früher Prototyp des ExoMars-Rovers, der mit drei wissenschaftlichen Experimenten ausgerüstet ist: einer 3D-Panoramakamera, einem Bodenradar und einem abbildenden Gerät für die Untersuchung von Bodenproben. An Ort und Stelle wird ein für die Kontrolleure unsichtbarer Mitarbeiter mit einem Handbohrer die Proben für die Analyse aus dem Untergrund holen. Insgesamt geht es um die Überprüfung der Effektivität der Geräte, damit der Rover selbsttätig Entscheidungen über Wegstrecken und Analysen treffen kann, sowie das Sammeln von Erfahrungen für den Betrieb des Fahrzeuges.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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