07.02.2018
FLUG REVUE

ISS-WeltraumlaborZehn Jahre Columbus

Am 7. Februar 2008 startete das europäische Forschungsmodul Columbus an Bord des Space Shuttle Atlantis zur Internationalen Raumstation ISS. Rund 1800 wissenschaftliche Experimente wurden bisher dort durchgeführt.

Columbus an der ISS

Das Weltraumlabor Columbus wurde am 11. Februar 2008 in Betrieb genommen. Foto und Copyright: NASA  

 

Ob Astrophysik, Materialforschung, Medizin oder Psychologie: Seit zehn Jahren ist Columbus das wissenschaftliche Herzstück für europäische Forschung auf der ISS. Entwickelt und gebaut wurde Columbus von Aurbus im Auftrag der europäischen Raumfahrtagentur ESA. Den Betrieb leitet das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) vom Columbus-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen aus.

Der deutsche Astronaut Hans Schlegel nahm das Labor im Rahmen der Mission STS-122 am 11. Februar 2008 in Betrieb. Insgesamt 161 ESA-Experimente wurden seither durchgeführt, hinzukommen Versuche von 67 internationalen Partnern und kommerziellen Nutzern. Mehr als hundert Astronauten waren dazu an Bord, darunter 13 Europäer.

Columbus ist Europas größter Einzelbeitrag zur ISS. Das Modul hat einen Durchmesser von 4,5 Metern, ist 6,9 Meter lang und hatte eine Startmasse von 12,8 Tonnen (inklusive 2,5 Tonnen Nutzlast). Es ist mit 16 Forschungsanlagen ausgerüstet, die weitgehend automatisch arbeiten oder von der Erde aus gesteuert werden. Maximal drei Astronauten können gleichzeitig in Columbus arbeiten.

Labor in 400 Kilometern Höhe

In seiner zehnjährigen Geschichte wurden mithilfe von Columbus unter anderem Magnetfelder und Grundlagen zur Entwicklung von Schutzschilden erforscht, aber auch das Wachstumsverhalten von Pflanzen und Mikroorganismen in der Schwerelosigkeit. 

Das DLR-Institut für Robotik und Mechatronik bereitet derzeit zwei Experimente zur Mensch-Roboter-Interaktion im Rahmen des Projekts METERON vor. Die Astronauten an Bord der ISS werden im Columbus-Labor den humanoiden Roboter Justin im DLR Oberpfaffenhofen per Tablet steuern. Mittels einer einfachen Befehlseingabe aus der Ferne soll der Roboter komplexe Aufgaben selbstständig ausführen. In der zweiten Jahreshälfte ist dann ein Co-Worker-Experiment mit Alexander Gerst geplant. Der deutsche ESA-Astronaut wird mit einem Tablet von der ISS aus die nächste Entwicklungsstufe des zukünftigen Robonauten testen – das intelligente Zusammenfügen von Elementen für den Aufbau eines Gerätes oder einer Marsstation.



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