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Boeing stärkt zweiten Produktionsstandort in Charleston

Boeing stärkt zweiten Produktionsstandort in Charleston

Der offizielle Programmstart für die nächste Generation des Boeing Riesen-Twins 777 steht noch aus. Die 777X wirft aber bereits Schatten voraus, denn hinter den Kulissen wird längst schon über die Frage gerungen, wo das neue Flugzeug gebaut werden soll.

Die Boeing-Hausgewerkschaft SPEEA, die Ingenieure und Techniker vertritt, will die 777-Produktion in Everett halten. Das Management kauft zeitgleich hektarweise Land am neuen Standort Charleston.

Dort hat Boeing bereits mit einer zweiten Endmontagelinie für die 787 Fuß gefasst. In South Carolina muss der Konzern weniger Rücksicht auf die Gewerkschaften nehmen als in seinem Heimatstaat Washington.

Fast ein Jahr verhandelte Boeing mit der SPEEA über neue Modelle für Gehälter und Pensionen. Die Ingenieure, die zwei Drittel der SPEEA ausmachen, nahmen den in zähen Runden gefundenen Kompromiss im Februar an. Die Techniker wiesen ihn ab. Mit seinen Mechanikern, die in einer separaten Gewerkschaft organisiert sind, muss sich Boeing ebenfalls noch auf neue Verträge einigen.

Komplexe tarifliche Gemengelagen sind für Boeing in Charleston kein Thema. Der Standort ist für den Konzern daher schon längst mehr als eine zweite 787-FAL - die Charleston-Karte ist der Trumpf des Managements in den Verhandlungen mit seinen Hausgewerkschaften in Washington.

Konzernchef Jim McNerney hat den 57-Tage-Streik der Mechaniker im Herbst 2008 nicht vergessen. Der Arbeitskampf kostete Boeing Milliarden und bremste das Dreamliner-Programm in einer ohnehin schwierigen Zeit zusätzlich. In jenen Tagen soll die Entscheidung gefallen sein, eine Endmontagelinie außerhalb Washingtons zu errichten.

Charleston bot sich dafür auf dem Silbertablett an - hier hatte Boeing bereits im Sommer 2008 einen Anteil am 787-Zulieferer Global Aeronautica übernommen.

Seit Juli 2011 werden in Charleston Dreamliner gebaut. Ebensogut könnte Boeing am Standort auch andere Flugzeuge endmontieren lassen. Zumindest die Option darauf hält sich McNerney offen. Um den Jahreswechsel sicherte sich Boeing fast 500 Hektar Land am und um den Standort. Genug, um Charleston zu einer echten Alternative zu Everett ausbauen zu können.

"Wir setzen nicht darauf, dass die 777X in Seattle gebaut werden wird", lesen die Analysten von Leeham aus dem Kauf der Grundstücke. Boeing sei dabei, Charleston zu einem gleichwertigen, großen Produktionsstandort zu entwickeln. "Eines Tages dürfte sich es sich mit Charleston zu Seattle so verhalten wie mit Hamburg zu Toulouse."

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