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Boeing warnt GEnx-Betreiber vor Gewitterflügen

Lufthansa: Bisher eine Triebwerksvereisung bei der 747-8

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Der Flugzeughersteller Boeing hat die Betreiber von Flugzeugen mit dem Triebwerk GEnx wegen möglicher Vereisung vor dem Fliegen nahe winterlicher Gewitterzellen gewarnt. Auch der bisher einzige deutsche GEnx-Betreiber Lufthansa hat bisher einen Fall verzeichnet.

UPDATE 2
Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty erklärte auf Anfrage der FLUG REVUE am Montag, auch die deutsche Fluggesellschaft habe im vergangenen Sommer einen einzelnen Vereisungszwischenfall mit einem Triebwerk ihrer Boeing 747-8 registriert.

Die Fluggesellschaft plane ihre 747-8-Flüge grundsätzlich um Vereisungsgebiete herum. Falls dies nicht gehe, werde auch eine niedrigere Flughöhe akzeptiert. Für den dabei entstehenden Mehrverbrauch werde zusätzliches Kerosin eingeplant und mitgeführt. Nur ausnahmsweise werde auch eine Boeing 747-400 eingesetzt, die andere Triebwerke verwende. Die aktuelle Warnung betreffe nur Höhenflüge ab Flugfläche 300 (rund 9150 Meter) Reiseflughöhe.

Boeing hatte nach fünf Zwischenfällen mit Boeing 747-8-Frachtern und einem Zwischenfall mit einer Boeing 787-8 am Wochenende die Betreiber aller Flugzeuge mit dem Triebwerk GEnx von General Electric gewarnt, mindestens 50 nautische Meilen (93 Kilometer) Sicherheitsabstand von starken Gewitterzellen zu wahren, um mögliche Vereisungsprobleme im Triebwerk zu vermeiden, die zu Leistungsverlusten führen könnten. Außerdem war es in einzelnen Fällen durch abfallende Eisbrocken im Triebwerk zu Schäden an Triebwerksschaufeln gekommen.

Die Gewitter können sehr feuchte Luftmassen in ungewöhnlich große Höhen transportieren, wo das stark unterkühlte Wasser sich an Flugzeugteilen als Eis niederschlagen kann. Bei den jüngsten Zwischenfällen war Eisansatz innerhalb der GEnx-Kerntriebwerke registriert worden. Der Triebwerkshersteller will das Problem durch eine Änderung der Software seiner digitalen Triebwerkssteuerung in den Griff bekommen, die noch im ersten Quartal 2014 zur Verfügung stehen soll. Betroffen sind rund 400 GEnx-Triebwerke, die teilweise in der Boeing 787-8 verwendet werden und die sämtliche Boeing 747-8 antreiben.

Japan Airlines hat bereits ihre Dreamliner-Flüge zwischen Tokio und Australien auf die Boeing 777 umgestellt und die von Tokio nach Dehli auf die Boeing 767. Diese Routen führen durch eine besonders gewitterfreudige, tropische Zone.

In einer ersten Fassung dieser Meldung hatten wir gemeldet, Lufthansa habe keinerlei Zwischenfälle registriert. Das Unternehmen korrigierte seine erste Aussage jedoch nachträglich, so dass der Text entsprechend geändert wurde. Diese Meldung wurde am Dienstag nochmals mit neuen Details zur Lufthansa-Flugplanung ergänzt.

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