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Herausforderung in Hamburg

Fliegende Sternwarte SOFIA ist bei Lufthansa Technik gelandet

SOFIA, eine modifizierte Boeing 747SP, die gemeinsam von der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA und vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) als „Stratosphären Observatorium für Infrarot Astronomie“ genutzt wird, ist am 28. Juni 2014 auf dem Hamburger Flughafen gelandet.

Die fliegende Sternwarte ist normalerweise am Armstrong Flight Research Center der NASA in Kalifornien stationiert. Nun werden sowohl das Flugzeug als auch das integrierte Teleskop bis Anfang November bei Lufthansa Technik in Hamburg auf Herz und Nieren geprüft. DLR und NASA haben Lufthansa Technik für die Generalüberholung des Flugzeugs gewählt, weil hier die weltweit größte und längste Erfahrung in der Wartung dieses Flugzeugtyps besteht. Insgesamt gab es 45 Boeing 747SP, von denen noch 18 im Einsatz sind. Boeing selbst wartet diesen Typ jedoch nicht.

Die lange geplante Überholung wird durchgeführt, obwohl die Zukunft des Observatoriums gar nicht sicher ist: Die NASA hat die finanziellen Mittel für den Betrieb des Flugzeugs entgegen der Proteste des deutschen Partners und der internationalen Wissenschaftsgemeinde derart zusammengestrichen, dass das Flugzeug spätestens ab 2015 am Boden bleiben muss. Das DLR jedenfalls ist nicht in der Lage, die finanziellen Belastungen des Projekts allein zu tragen. Derzeit allerdings äußern sich beide Partner nicht zu diesem Konflikt, denn hinter den Kulissen wird noch verhandelt.

Auch für Lufthansa Technik ist dieser Check außergewöhnlich. Weil SOFIA kein Linienflugzeug, sondern ein fliegendes Observatorium ist, werden aus Routineverfahren hier besondere Vorgänge. In fünf Phasen - Ankunft, Inspektion, Modifikation, Installation und Abnahme - wollen die Ingenieure das fliegende Labor in den nächsten Monaten genau unter die Lupe nehmen. Die Spezifikationen des Flugzeugs betreffen auch seine Behandlung im Dock. So muss SOFIA zum Beispiel zuerst auf eine Höhe von sechs Metern angehoben werden, um das Fahrwerk tauschen zu können. Das Heck der Maschine ist aber für übliche Verfahren mit 48 Tonnen zu schwer. Deshalb wird das Flugzeug mit fünf statt mit drei Hebern aufgebockt. Dafür ist allerdings eine Sondergenehmigung erforderlich. Zudem verfügt das Forschungsflugzeug nicht nur über eine modifizierte Elektronik im Cockpit und über sehr umfangreiche zusätzliche elektronische Systeme, sondern auch - und das ist wohl wirklich einmalig - über einen Rumpf mit einer rund vier Mal sechs Meter großen Luke, die sich nachts öffnet, wenn das Teleskop in den Sternenhimmel blickt.

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