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Kompetenzbasiertes Lernen statt sturer Paukerei

Neues Piloten-Trainingskonzept für den Airbus A350

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Airbus hat mit der A350 eine neue Trainingsphilosophie zur Erlangung der Musterberechtigung eingeführt. Auch wenn sich die behördlich zugelassenen Inhalte nicht geändert haben, lernen die Piloten nun gemäß des persönlichen Wissensbedarfs und nicht mehr anhand starrer Lehrpläne. Dabei bleibt nicht nur mehr "hängen", sondern es geht auch schneller.

Seit Ende September hätten bereits 30 Kundenpiloten bei Airbus ihre Musterberechtigung für die A350 nach dem neuen Verfahren erhalten, gab Airbus bei einer Präsentation in Toulouse am Mittwoch bekannt. Im Mittelpunkt des nun "kompetenzbasierten" Ansatzes stehe der individuelle Wissenbedarf des einzelnen Piloten.

Bisher war allen Umschülern, hierbei handelt es sich meistens um erfahrene A320- oder A330-Piloten, die nun auf die A350 "umsatteln", der gleiche Gesamtinhalt in einheitlicher Breite vermittelt worden. Künftig kann der einzelne Schüler sich dagegen in interaktiven Schulungskursen am Laptop im individuellen Lerntempo "spielerisch" durch die Themenkapitel "klicken".

Falls es in einzelnen Feldern zusätzlichen Schulungsbedarf geben sollte, kümmern sich die Lehrer individuell genau um diese Bereiche des Schülers und fördern ihn hier. Laut Airbus vermeide man dabei gezielt eine bei manchen Airlines übliche "Prüfungsatmosphäre". Vielmehr konzentriere man sich ohne Druck darauf, dass der Schüler am Ende alle geforderten Inhalte sicher beherrsche. Durch die interaktive Schulungsmethodik sei das Abdecken des kompletten, vorgeschriebenen Lerninhalts sichergestellt. 

Geändert hat sich auch das Werkzeug der Wissenvermittlung: Den ersten Überblick über die Cockpitausstattung erhält der Schüler an einer interaktiven Software "Airbus Cockpit Experience - ACE" auf seinen persönlichen Laptop. Als Vorstufe zur Schulung in den sehr teuren Full-Flight-Simulatoren erfolgt die Ausbildung in stationären Cockpitsimulatoren. Dort können ausführlich alle Handlungsabläufe und die Zusammenarbeit der Cockpitbesatzung untereinander geübt werden, bevor es in den "richtigen" Simulator geht.

Anders als die früher nach Theorieblöcken und Simulatorblöcken getrennte Ausbildung, werden die drei Ausbildungswerkzeuge heute miteinander verzahnt genutzt. Das heißt, auch am Beginn eines Kurses kann es schon einmal einen Tag lang in den Full-Flight-Simulator gehen, bevor dann wieder Laptop oder Cockpittrainer im Wechsel genutzt werden. Außerdem werden gezielt Überraschungsmomente, zum Beispiel besonders komplizierte Störungen oder nachgespielte Zwischenfälle aus dem realen Linienverkehr, in die Ausbildung eingebaut, um die Wissensvermittlung abwechslungsreicher zu gestalten und um mehr Wissen dauerhaft zu vermitteln. Beim klassischen "Linearunterricht" wurden oft nur 20 Prozent des vermittelten Wissens dauerhaft gelernt.

Das neue Verfahren beschleunigt die Ausbildung auch. Ein kompletter Umschulungskurs, das sogeannte "Full Transition Training" dauert nun 24 Tage, statt zuvor 26 Tage. Für Piloten mit Airbus-Vorkenntnissen verkürzen sich diese Zeiten nochmals erheblich. Weitere Einsparungen will Airbus durch die örtliche Verlagerung des Trainings in die räumliche Nähe der Kundenairlines gewinnen. So werden derzeit neue Trainingszentren in Singapur, Neu-Dehli und Mexiko eingerichtet.

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