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Lion Air Unfall: Piloten brachen Anflug zu spät ab

Lion Air Unfall: Piloten brachen Anflug zu spät ab

Eingeschränkte Sicht und menschliches Versagen dürften die Erklärung für den missglückten Anflug einer Boeing 737-800 auf den Flughafen von Bali sein, der letztlich im Meer endete.

Die brandneue Maschine des indonesischen Günstigfliegers Lion Air (Reg.: PK-LKS) war am 13. April verunfallt. Glücklicherweise überlebten alle Insassen die Landung im Meer. Der erste Bericht der Unfallermittler des NTSC rekonstruiert den Ablauf der Ereignisse.

Die Auswertung der Flugschreiber und Voice Box deutet auf einen zu späten Abbruch des fehlgeschlagenen Anflugs hin. In einer Höhe von 900 Fuß AGL sagte der fliegende Erste Offizier, er habe die Landebahn "nicht in Sicht". 37 Sekunden später wies das EGPWS (Enhanced Ground Proximity Warning System) die Crew auf das Erreichen der Minimums bei 550 Fuß AGL hin.

Erst in einer Resthöhe von 150 Fuß AGL übernahm der Kapitän die Kontrolle über das Flugzeug. Der Erste Offizier wiederholte, dass er die Landebahn noch immer nicht sehe. Acht Sekunden später warnte das EGPWS "Twenty". Der Kapitän wollte da noch durchstarten und sagte "Go Around". Eine weitere Sekunde später setzte die Boeing auf der Wasseroberfläche auf.

Die Maschine befand sich beim Aufschlag auf das Wasser mit ausgefahrenem Fahrwerk und Klappen in Landekonfiguration. Nach Berechnungen der Ermittler verfehlte Flug JT-904 seinen Zielflughafen um gut 300 Meter.

Bei der Wasserung erlitten vier Passagiere schwerere Verletzungen. Insgesamt befanden sich 101 Passagiere und sieben Mitglieder der Besatzung an Bord. Die erst wenige Wochen alte Boeing wurde zerstört.

Auch andere Flugzeuge hatten am Unglückstag mit der durch Starkregen eingeschränkten Sicht zu kämpfen. Eine nach der Lion Air landende Crew meldete ebenfalls, dass sie keine Sicht auf die Landebahn hatte. Sie entschied sich aber rechtzeitig zum Durchstarten und führte einen erneuten, erfolgreichen Anflug auf Denpasar durch.

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