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Neue Töchter auch für Langstrecken

Lufthansa will im Niedrigpreissegment wachsen

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Der neue Vorstandsvorsitzende der Deutschen Lufthansa, Carsten Spohr, hat am Mittwoch einen strategischen Ausblick auf die Unternehmensplanung gegeben. Lufthansa selbst will ihr Profil als Premium-Marke schärfen, während neue Tochtergesellschafen die als zweite neue Kernzielgruppe erkannten Privatreisenden umwerben sollen.

Spohr stellte die neuen Airline-Töchter unter dem Arbeitstitel "Wings Konzept" vor. Demnach solle mit Hilfe der Lufthansa-Tochter Eurowings in Basel ab 2015 eine neue, rechtlich gesehen nichtdeutsche Niedrigpreis-Tochtergesellschaft für den europäischen Punkt-zu-Punkt-Verkehr gegründet werden. Diese werde dort zunächst zwei bis vier Airbus A320 einsetzen. Man sei überzeugt, bei niedrigeren Kosten den Konkurrenten, namentlich easyJet, Paroli bieten zu können.

Unter dem vorläufigen Namen "Wings Interkont" werde Lufthansa außerdem eine neue Langstrecken-Niedrigpreistochter für den vorwiegend touristischen Verkehr gründen. Hier seien ein Lufthansa-"Alleingang" oder auch eine Kooperation mit Turkish Airlines nach dem Vorbild von SunExpress denkbar. Diese neue Airline werde etwa sieben Flugzeuge der Kategorie Boeing 767 oder Airbus A330 betreiben, die man gebraucht innerhalb oder außerhalb des LH-Konzerns beschaffen werde. Flüge seien ab München und Nordrhein-Westfalen, namentlich Köln oder Düsseldorf, geplant.

Außerdem will Lufthansa mindestens fünf ältere Flugzeuge ihrer A340-300 Flotte für ertragsschwächere Langstrecken mit etwa 300 Sitzen dichter als bisher bestuhlen und direkt bei Lufthansa betreiben. Privatreisende seien künftig eine besonders viel versprechende Kundengruppe. Die Germanwings-Flotte werde auf 60 Flugzeuge wachsen. Ab 2015 erwarte man hier schwarze Zahlen.

Die klassische Lufthansa solle dagegen wieder stärker als Premium-Marke positioniert werden. Sie solle beim Komfort die erste europäische Fünf-Sterne-Airline werden. Lufthansa werde alle 260 bestellten Flugzeuge für den Konzern abnehmen, aber dafür ältere Flugzeuge schneller als geplant ausmustern. Schon im Winter 2014/2015 werde der Konzern fünf Flugzeuge der Kontinentalflotte und drei Langstreckenflugzeuge (Boeing 747-400 bzw. A340-300) ausmustern. Auch zwei MD-11-Frachter würden abgestellt.

Um flexibler zu werden wolle das Unternehmen "ein- oder zwei" Hierarchieebenen abschaffen. Das Sparpogramm SCORE werde deshalb fortgesetzt. Den schon vor zwei Jahren angekündigten Stellenabbau in der Verwaltung um insgesamt 3500 Stellen wolle man bis 2019 vollenden. Lufthansa und Germanwings stellten aber aktuell Cockpit- und Kabinenpersonal ein.

(Diese überarbeitete Fassung wurde mit Zahlen von Lufthansa aktualisiert)

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