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Schweiz

Aeropers: Gemeinsamer Tarifvertrag scheiterte an Swiss

Bei der Schweizer Lufthansa-Tochter Swiss gibt es zunächst keinen einheitlichen Tarifvertrag für Airbus- und Avro-Piloten. Nach Lesart der Swiss scheiterte ein gemeinsamer Vertrag am Widerstand der von Aeropers vertretenen Airbus-Piloten. Die Mainline-Flieger spielen den Ball zurück.

"In intensiven Verhandlungen wurde ein Konzept erarbeitet, welches eine Integration der Senioritätslisten beider Swiss Firmen ineinander friedlich ermöglicht hätte mit Ziel, alle Piloten in einem Flugbetrieb unter einem Vertrag zu beschäftigen", sagte Aeropers Vizepräsident Kilian Kraus aero.de.

Nach Ansicht der Gewerkschaft hat Swiss ihr Blatt im Verhandlungspoker schlicht überreizt. "Diese großartige Chance des integrativen Wegs hat der Swiss CEO Hohmeister leider mit hohen Forderungen an die Airbus-Piloten verknüpft, welche den neuen Vertrag zum Scheitern gebracht haben", erklärte Kraus.

Nach Rechnung von Aeropers hätte Swiss auch ohne diese Forderungen - die Rede ist unter anderem von Einschnitten bei den Pensionen - im gemeinsamen Tarif Kostenvorteile erzielt.

"Die Kosten der Airbus-Piloten wären in den nächsten Jahren einerseits demographisch bedingt, andererseits durch die Integration notwendige Lohnabsenkungen bei neuen Copiloten markant gesunken", erläuterte Kraus. "Daher wären durch die Anhebung der Bedingungen für die Avro-Piloten keine zusätzlichen Kosten entstanden, sogar das Gegenteil wäre der Fall gewesen."

Die bei Swiss International Air Lines angestellten Aeropers-Mitglieder lehnten den einheitlichen Tarifvertrag zu 71,6 Prozent ab. Ihre in der IPG organisierten Avro-Kollegen arbeiten für Swiss European und stimmten mit 97,9 Prozent für den gemeinsamen Vertrag.

Neue Flotten zu Swiss European?

Airbus A320 der Swiss. Foto und Copyright: Patrick Hoeveler

Die Airbus-Piloten fürchten, für ihr Nein abgestraft zu werden. "Scheinbar gibt es nun Bestrebungen, die Boeing 777 bei Swiss European betreiben zu lassen", sagte Kraus. "Neben Aeropers beurteilen auch andere Swiss-Verantwortliche diesen Zug des CEO als wirtschaftlich wie operationell unsinnig."

Swiss wird ab 2016 sechs Boeing 777 in Betrieb nehmen. Im selben Jahr läuft der aktuelle Tarifvertrag für die Airbus-Piloten GAV11 aus. Aber bereits 2015 treffen in Zürich erste Bombardier CSeries ein, die sowohl ältere über Swiss European bereederte Avro-Jets als auch einige von Aeropers-Crews geflogene A320 ablösen.

Inwiefern in der Verlagerung zur Swiss European auch A320 eine Rolle spielen könne Aeropers nur mutmassen, sagte Kraus. "Die Scope Clause regelt ein mögliches Wachstum der Swiss European Flotte sehr genau, innerhalb welcher auch ein gewisser Abbau von A320 zugunsten der CSeries erlaubt wäre."

Zwar ist die Konstellation bei Swiss eine andere als bei ihrer Konzernschwester Austrian. Dennoch dürften sich einige Swiss-Piloten an den Betriebsübergang von Austrian an Tyrolean erinnert fühlen.

Vor zwei Jahren fasste Lufthansa den gesamten Austrian-Flugbetrieb in den günstigeren Tyrolean-Strukturen zusammen. Das hatte in erster Instanz vor dem Wiener Arbeitsgericht zwar keinen Bestand. Lufthansa hofft aber, am Ende auch in Österreich einen gemeinsamen Tarifvertrag durchzusetzen.

Kampfansage der Airbus-Piloten

Die Swiss am Flughafen Zürich. Foto und Copyright: Swiss

"Unser Unternehmen wird nun die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Ertragskraft zu sichern und die neuen Flugzeugtypen in unsere Flotte zu integrieren", äußerte sich der Vorstand in einer knappen Mitteilung an die Mitarbeiter zum Scheitern der Verhandlungen, die aero.de vorliegt.

Aeropers sehe "eine sinnvolle Lösung in einem gemeinsamen Weg", hält Kraus die Tür für Gespräche offen. "Aber jede Aktion von Herrn Hohmeister welche zu Lasten der Aeropers-Piloten geht und die Existenz der Aeropers-Piloten bedroht, wird von uns mit dem maximal Möglichen beantwortet werden."

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