08.09.2015
aero.de

AirlinesAir France – Boeing 787 für günstige Langstrecken

Air France rechnet einen Günstigflieger mit reiner Boeing 787-Flotte durch. Soweit mit den Piloten keine Einigung über eine "höhere Produktivität" im Langstreckenverkehr erzielt werde, sei die Einführung der 787 bei Air France gefährdet, deutete Air-France-Vorstandschef Frederic Gagey am Freitag an.

Air France Boeing 777-300ER

Air France Boeing 777-300ER. Foto und Copyright: Boeing  

 

Bei der Telefonkonferenz mit Finanzanalysten lehnte sich Gagey vorsichtshalber nicht weiter aus dem Fenster - zu unberechenbar ist der Ausgang festgefahrener Verhandlungen mit der Pilotengewerkschaft über das neue Kostenprogramm "Perform 2020".

Eine Plattform mit günstiger Kostenstruktur für Langstrecken könnte aber "Teil des Plans sein", sagte eine Air-France-Sprecherin der "Air Transport World" und verknüpfte den Aufbau eines solchen Flugbetriebs mit dem Eintreffen der ersten Boeing 787 bei Air France.

Air France-KLM hat 19 787-9 und sechs 787-10 bestellt. Die erste 787-9 soll nächsten Monat bei KLM in Dienst gestellt werden. Air France erwartet ihren ersten Dreamliner im November 2016 und will im Folgejahr fünf 787 einsetzen - offenbar aber nur, wenn die Piloten sie für weniger Geld fliegen. 

Noch verteidigt die Pilotengewerkschaft ihre Verträge eisern gegen Begehrlichkeiten der Konzernführung. Notfalls auch mit Streiks. Den beabsichtigten Ausbau der Günstigsparten HOP und Transavia quittierten die Piloten im September 2014 mit einem zweiwöchigen Arbeitskampf.

Allein dieser Ausstand verhagelte Air France mit 425 Millionen Euro Streikkosten die Bilanz 2014. Jedes der letzten vier Jahre schloss Air France mit einem Verlust ab. Auch im ersten Halbjahr 2015 arbeitete Air France-KLM defizitär - der operative Verlust der Gruppe erhöhte sich um 25 auf 232 Millionen Euro.

Im zweiten Quartal geriet die Langstrecke unter erheblichen Preisdruck. Die Durchschnittserlöse sackten um 5,5 Prozent ab. Bei Air France mache jede zweite Langstrecke Verlust, sagte die Sprecherin.

Der Konzern favorisiere weiterhin Kostensenkungen an Stelle von Einschnitten im Flugbetrieb, erklärte Gagey. "Wir müssen einen Weg finden, unsere Ziele zu erreichen. Es gibt einen anderen Weg, den wir nicht vorziehen und der darin besteht, unser Langstreckenangebot zu kürzen."

Auch Lufthansa will lange Flüge günstiger durchführen, um steigende Nachfrage preissensibler Selbstzahler zu bedienen. Drei Airbus A340-300 bereedert der Konzern bald mit der günstigeren Belegschaft seiner Tochter Cityline. Die Günstigmarke Eurowings startet im November Langstrecken mit A330-200, die SunExpress Deutschland durchführt.



Weitere interessante Inhalte
Bestellungen Boeing 787-10: Die Kunden des Dreamliners

18.01.2018 - Boeing hat derzeit 171 Bestellungen für die 787-10 vorliegen. Die Auslieferung der längsten Version der Dreamliner-Familie ist für 2018 geplant. Hier haben wir Details zu den Kunden. … weiter

Flaggschiffe im Liniendienst Top 10: Die teuersten Passagierflugzeuge der Welt

17.01.2018 - Wie viel kostet ein Passagierflugzeug und welches ist am teuersten? Wir haben ein Ranking der Flugzeuge mit dem höchsten Listenpreis erstellt, wobei Airbus für 2018 um rund zwei Prozent zugelegt hat. … weiter

Jumbo-Jet-Kunden Top 10: Airlines mit der größten Boeing 747-Flotte

11.01.2018 - Viele Jahrzehnte war die Boeing 747 das größte Passagierflugzeug der Welt. Fast jede internationale Airline auf der Welt setzte auf den Jumbo Jet aus Seattle. Wer kaufte die meisten Exemplare der … weiter

Auftragsbestand wächst auf 5864 Jets Boeing beendet 2017 mit Lieferrekord

09.01.2018 - Der amerikanische Flugzeughersteller Boeing hat im Gesamtjahr 2017 zum sechsten Mal in Folge die meisten Verkehrsflugzeuge ausgeliefert. … weiter

Zwischenfälle Probleme mit 787-Triebwerken erreichen Air New Zealand

11.12.2017 - Passagiere von Air New Zealand müssen sich auf Flugstreichungen und Verspätungen einstellen, nachdem die Airline vier Boeing 787-9 für Wartungsarbeiten an den Rolls-Royce Trent 1000 Triebwerken … weiter


FLUG REVUE 02/2018

FLUG REVUE
02/2018
08.01.2018

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Letzte F-16 aus Fort Worth
- Insolvenz NIKI
- Die Neuen von Cessna
- Sea Lion für die Marineflieger
- Sparwunder Open Rotor
- Passagierjets ohne Piloten?
- Raumstation im Marsorbit?