17.12.2012
aero.de

airberlin-Flug soll Spritreserve unterschritten haben

Nach Ryanair muss sich auch airberlin Fragen zu ihrer Treibstoffpolitik stellen lassen.

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) dokumentiert in ihrem Monatsbulletin einen Vorfall, bei dem eine Boeing 737-800 die minimal zulässige Kraftstoffreserve unterschritten haben soll. Flug AB2242 sollte am 21. September Passagiere von München nach Heraklion bringen. Nach zwei abgebrochenen Anflügen auf Heraklion drehte die Boeing an den nahen Flughafen von Chania ab.

Dort musste die Crew laut BFU allerdings wegen zu Neige gehenden Treibstoffs eine Luftnotlage erklären, eine um bevorzugte Landefreigabe zu erhalten. Die Ermittlungen zu dem Vorfall werden nicht von der BFU, sondern von den griechischen Behörden geleitet.

airberlin wies am Wochenende den Vorwurf zurück, zu wenig Treibstoff mitgeführt zu haben. "Auch nach der sicheren Landung in Chania war noch ausreichend, das heißt mehr als die gesetzlich vorgeschriebene Treibstoffreserve vorhanden", erklärte das Unternehmen.

Bei der Erklärung des Notfalls durch die Piloten habe es sich um eine "reine Vorsichtsmaßnahme" gehandelt, schreibt airberlin und verweist auf eine eigene Untersuchung des Flugs. Die Darstellung der BFU decke sich "zum großen Teil nicht mit den Fakten".

Im Juli hatten drei umgeleitete Ryanair-Flüge in Spanien Luftnotlagen wegen knappen Treibstoffs erklärt, was eine Diskussion um die Tankvorgaben der Airlines an ihre Piloten auslöste. Letzlich hatte allerdings auch bei diesen Zwischenfällen nur ein Flug die Treibstoffreserve nach der Landung unterschritten.

aero.de / Dennis Dahlenburg


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