28.09.2016
FLUG REVUE

40 Flugzeuge im Wet-Lease an Eurowingsairberlin schrumpft radikal

Nun ist es offiziell: Im Überlebenskampf schrumpft airberlin, die zweitgrößte deutsche Airline, auf eine Flotte von 75 Flugzeugen, die aus den Drehkreuzen Berlin und Düsseldorf heraus „ertragreiche Märkte“ bedienen sollen.

A320 airberlin Start

airberlin muss weiter schrumpfen, um zu überleben (Foto: airberlin).  

 

Die „umfassende Neuausrichtung“ sieht auch die  „Verlagerung der touristischen Mittelstrecke in einen eigenständigen Geschäftsbereich“ vor, während strategische  Optionen geprüft werden. Schließlich ist – wie schon lange spekuliert - vorgesehen, dass im Wet-Lease „bis zu 40 Airbus-Flugzeuge der A320-Familie an die Lufthansa Group“ gehen. Damit soll der „Kapazitätsüberhang ... bei gleichzeitigem Beschäftigungsschutz und Senkung der Restrukturierungskosten“ reduziert werden.

Die radikale Verkleinerung des operativen Geschäfts von airberlin bedingt einen Abbau von 1200 Stellen. Das Unternehmen nimmt unverzüglich Gespräche mit Vertretern der Betriebsräte auf, um bis Februar 2017 freiwillige und betriebsbedingte Kündigungen zu bestätigen, hieß es am Mittwochabend.

Die neu aufgestellte airberlin soll ab Sommer 2017 mit 40 Flugzeugen der A320-Familie und 18 Flugzeugen des Typs Q400 für die Kurz- und Mittelstrecke Verbindungen zu den wichtigsten europäischen Wirtschaftsstandorten anbieten. Darüber hinaus umfasst die Gesamtflotte mit 75 Flugzeugen 17 Maschinen des Typs A330-200, die Langstreckenziele weltweit anfliegen.

Marktdruck zu stark für "bestehendes komplexes Geschäftsmodell"

Stefan Pichler, Chief Executive Officer begründete den Radikalumbau mit dem „stetig zunehmenden Marktdruck“ dem das „bestehende komplexe Geschäftsmodell“ nicht mehr gewachsen sei. „Unsere zukünftige Positionierung steht jetzt fest: Als fokussierter Netzwerk-Carrier mit klarer Positionierung fliegen wir von unseren beiden Drehkreuzen aus in ertragreichere Märkte. Eine schlankere, dynamische und stärkere airberlin ist zukunftsfähig“ hofft Pichler.

Zu den Details sagte airberlin, dass die Wet-Lease-Vereinbarung mit Lufthansa Cockpit- und Kabinenpersonal, technische Wartung, Versicherung und die Betriebskosten umfasst. Das Wet-Lease-Abkommen wird zur Sommersaison 2017 in vollem Umfang in Kraft treten.

Des Weiteren wird das Langstreckenportfolio von airberlin um neue Destinationen und zusätzliche Frequenzen insbesondere in die USA erweitert.

Auf der Kurz- und Mittelstrecke setzt airberlin stärker auf das Geschäftskundensegment mit einer ganzjährigen und damit saisonal unabhängigeren Nachfrage. Dabei liegt der Fokus auf den Märkten Italien, Skandinavien und Osteuropa. Zudem will airberlin ihren Marktanteil auch auf den für Geschäftskunden attraktiven innerdeutschen Verbindungen erhöhen.

Teile der Pläne von airberlin, insbesondere im Zusammenhang mit der Vereinbarung mit Lufthansa, bedürfen behördlicher Genehmigungen.

airberlin steckt seit Jahren in der Krise und hängt von den Geldspritzen des Anteilseigners Etihad ab. Zuletzt waren die Verluste weiter deutlich gestiegen.



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