15.01.2013
FLUG REVUE

airberlin verschärft Sparkurs

Unter dem Namen "Turbine" hat airberlin ein verschärftes Sparprogramm gestartet, mit dessen Hilfe das Unternehmen bis Ende 2014 dauerhaft in die schwarzen Zahlen zurückkehren will. Neben einer Flottenreduzierung sollen dabei auch 900 Stellen entfallen.

airberlin habe mit der Umsetzung des Turnaround-Programms „Turbine“ begonnen, teilte die Airline am Dienstag mit. Es handele sich um ein umfassendes Programm zur Fokussierung auf die Kernmärkte. Das auf zwei Jahre angelegte Programm erstrecke sich über alle Unternehmensbereiche. Es werde die bereits eingeleitete Optimierung von Netzwerk, Flotte und Flugplan weiter voran treiben, Produktangebot, Vertrieb und Kundenorientierung verbessern sowie Verwaltung und Arbeitsprozesse verschlanken. Bis Ende 2014 seien im Rahmen von "Turbine" Einsparungen in der Größenordnung von 400 Mio. Euro geplant, um eine dauerhaft wettbewerbsfähige Ergebnissituation zu erreichen.

Ziel sei es, airberlin durch einen effizienten Betrieb, höhere Kosteneffizienz und ein attraktives, intelligentes Produktangebot profitabel und somit nachhaltig zukunftsfähig zu machen. Dafür werde das Unternehmen sein integriertes Geschäftsmodell, mit dem die Gesellschaft touristische und Geschäftskunden bediene, weiter voran treiben. 

Es sei auch ein Abbau von rund 900 Arbeitsplätzen vorgesehen, wobei betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen würden. Die Gespräche zum Umbauprogramm und den geplanten Personalmaßnahmen mit den Personalvertretungen seien bereits eingeleitet. 

Zu den Bausteinen von „Turbine“ gehöre die bereits eingeleitete Optimierung von Netzwerk und Flotte, die Konzentration auf rentable Strecken und der Frequenzaufbau in Schlüsselmärkten. Der Fokus liege hier auf einer Stärkung von airberlin in ihrem Kernmarkt, Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Zahl der Flüge nach Palma de Mallorca solle weiter erhöht werden. Die Drehkreuze Berlin und Düsseldorf mit ihren Langstreckenverbindungen würden weiter ausgebaut. Die Flughäfen Wien, Hamburg, München, Zürich und Stuttgart behielten ihre Funktion als Kernstationen innerhalb des airberlin Streckennetzes.

Die Flotte werde auf 142 Flugzeuge im laufenden Jahr, davon sechs in der operativen Reserve, reduziert. Geplant sei die Bündelung der Kundenkontakte in einem einheitlichen Kundendienstbereich, mehr technische Möglichkeiten für die Selbstbedienung und eine deutlich aufgewertete Business Class auf der Langstrecke. 

airberlin fliege zu 170 Destinationen in 40 Ländern. Als zweitgrößte Fluggesellschaft Deutschlands beschäftige das Unternehmen 9300 Mitarbeiter. Die Airline habe im Jahr 2012 mehr als 33 Millionen Fluggäste befördert. Durch die strategische Partnerschaft mit Etihad Airways und die Mitgliedschaft in der Luftfahrtallianz Oneworld verfüge airberlin über ein globales Streckennetz. airberlin biete mit 14 Airlines weltweit Flüge unter gemeinsamer Flugnummer an. Die Flotte von zur Zeit 158 Flugzeugen habe ein Durchschnittsalter von fünf Jahren und gehört zu den jüngsten in Europa.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


Weitere interessante Inhalte
Amtsgericht Charlottenburg airberlin-Insolvenzverfahren eröffnet

02.11.2017 - Das Amtsgericht Charlottenburg hat am Mittwoch das Insolvenzverfahren über das Vermögen von airberlin eröffnet. Gläubiger können Forderungen bis zum 1. Februar 2008 anmelden - doch vermutlich gehen … weiter

Flug AB 6210 von München nach Berlin Abschied von airberlin

28.10.2017 - Wie angekündigt hat airberlin am Freitagabend seinen Flugbetrieb eingestellt. Der letzte Linienflug landete kurz vor Mitternacht in Tegel. … weiter

Einigung nach langen Verhandlungen easyJet übernimmt Teil des airberlin-Betriebs in Tegel

28.10.2017 - easyJet hat am Freitag mit Airberlin einen Vertrag über den Erwerb eines Teils des Betriebs am Flughafens Berlin-Tegel geschlossen. Der liegt bei 40 Millionen Euro. … weiter

Zeitfracht und Nayak Bietergemeinschaft übernimmt airberlin technik

26.10.2017 - airberlin und die Bietergemeinschaft Nayak/Zeitfracht haben sich über den Verkauf der Techniksparte von airberlin geeinigt. … weiter

"Rheinische Post" airberlin fordert Schadensersatz von Etihad Airways

24.10.2017 - airberlin kann den Notkredit des Bunds wohl zurückzahlen. Bei ihrem Hauptaktionär Etihad Airways macht airberlin unterdessen Schadensersatz geltend. … weiter


FLUG REVUE 12/2017

FLUG REVUE
12/2017
06.11.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Zerlegung entführte Landshut
- Erstflug Airbus A330neo
- airberlins letzte Landung
- NBAA-BACE Las Vegas
- Fliegerschießen Axalp
- Eurofighter Luftwaffe
- Kassenschlager CFM56
- Fliegeruhren EXTRA