11.12.2012
aero.de

Air Berlin will offenbar auch Jets über LGW bereedern airberlin will offenbar auch Jets über LGW bereedern

airberlin will im nächsten Jahr offenbar mehr Flugzeuge von ihrem Partner Luftfahrtgesellschaft Walter (LGW) betreiben lassen. Alle sieben Embraer 190 der Österreich-Tochter NIKI könnten bereits zum Sommerflugplan 2013 über die LGW bereedert werden, erfuhr aero.de aus Unternehmenskreisen.

Bislang betreiben die Dortmunder nur zehn Bombardier Q400 Turboprops für airberlin. Die neuen Jet-Pläne alarmieren die Piloten.

Die airberlin-Crews vermuten hinter der möglichen Verlagerung der Embraer-Flotte zur LGW eine Bereederungsstrategie mit Dumpinglöhnen. Unter Flugschülern und Piloten macht ein Flugblatt die Runde, das mit dem Management um Hartmut Mehdorn hart ins Gericht geht.

airberlin nutze mit der LGW die schwierige Situation am Arbeitsmarkt für junge Piloten aus, lassen sich die Vorwürfe des Papiers zusammenfassen.

Bei der LGW neu eingestellte Copiloten würden einschließlich Zulagen auf ein monatliches Bruttogehalt von lediglich 2.456,60 EUR kommen, heißt es auf dem Flugblatt. Ihr Grundgehalt ohne Zulagen betrage magere 1.759,50 EUR.

Dem Vernehmen nach will sich der airberlin-Vorstand in einer Sitzung am 21. Dezember mit der Platzierung der Embraer-Flotte befassen. In Österreich werden die Flugzeuge nicht mehr benötigt, weil NIKI ihren Flugbetrieb auf eine reine Airbus-Flotte umstellt.

Die airberlin Pilotenvertretung und Tarifkommission reagierten alarmiert und haben intern bereits Widerstand gegen die Pläne angekündigt. Auch über Warnstreiks Anfang nächsten Jahres werde bereits nachgedacht, sagte eine mit der Situation vertraute Person aero.de. airberlin wollte sich am Montag auf Anfrage nicht zu dem Thema äußern.

Gruppe steckt tief in den roten Zahlen

Die airberlin Group wird auch in diesem Jahr die roten Zahlen nicht verlassen. Mittlerweile schiebt airberlin einen Schuldenberg von 853 Millionen Euro vor sich her. Mehdorn stemmt sich mit einem harten Sanierungskurs gegen den weiteren Abstieg. Das Jahr 2013 wird bei airberlin unter den Vorzeichen der Sparprogramme "Shape and Size" und "Turbine 2013" stehen.

Nach aktuellen Medienberichten könnte airberlin im nächsten Jahr bis zu 500 Stellen abbauen. Auch sei eine weitere Reduzierung der airberlin-Flotte von 158 auf 135 Flugzeuge möglich.

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aero.de / Dennis Dahlenburg


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