19.05.2016
FLUG REVUE

Egypt Air Flug MS 804Airbus A320 auf dem Weg von Paris nach Kairo verschollen

Ein ägyptischer Airbus A320-200 ist am frühen Donnerstagmorgen über dem Mittelmeer verschollen. Das Flugzeug von Egypt Air hatte 56 Passagiere und zehn Besatzungsmitglieder, darunter drei Sicherheitsbeamte, an Bord.

Ägyptische Marine im Einsatz

Schiffe und Hubschrauber Ägyptens haben die Suche nach dem verschwundenen Airbus A320 von Egypt Air aufgenommen. Archivbild und Copyright: Armed Forces Egypt  

 

Das 2003 gebaute Flugzeug befand sich gegen drei Uhr Londoner Zeit auf dem Weg von Paris nach Kairo in seiner Reiseflughöhe auf Flugfläche 370 (11300 Meter) über dem südlichen Mittelmeer und hatte bereits von Ägypten kontrollierten Luftraum erreicht, als der Kontakt verloren ging. Die Stelle des Verschwindens dürfte etwa 300 Kilometer nördlich der ägyptischen Küste liegen. Die Wetterbedingungen sollen gut gewesen sein. Zu diesem Zeitpunkt bereitete sich das Flugzeug, etwa eine halbe Stunde vor der Landung, auf seinen bevorstehenden Sink- und Landeanflug Richtung Kairo vor.

Das ägyptische Militär bestätigte, dass eine Such- und Rettungsaktion angelaufen sei. Dabei arbeite man mit den griechischen Behörden zusammen, deren Luftraum zuvor durchflogen worden war. Drei in dem fraglichen Seegebiet fahrende Handelsschiffe sollen sich ebenfalls an der Suchaktion beteiligen.

Die erfahrene Besatzung hatte vor dem Verschwinden keine besonderen Vorkommnisse gemeldet. Mehrere Medien berichteten, es seien ELT-Notsignale aufgefangen worden. Diese könnten aber auch von automatischen Notsendern stammen und auch nach einem etwaigen Absturz automatisch gesendet werden. Die Passagiere stammen überwiegend aus Ägypten und Frankreich, deutsche Fluggäste sind nicht gemeldet. Laut Egypt Air war keine "besondere Fracht" (Gefahrgut) an Bord.

 

UPDATE 9.52 Uhr:
Die ägyptische Luftfahrtbehörde spricht jetzt von einem "Absturz". Durch die Besatzung sei kein Notfunkspruch gesendet worden.

UPDATE 10.30 Uhr:
Laut griechischen Medien ging der Funkkontakt noch im griechischen Luftraum verloren. Daraufhin habe die Athener Flugsicherung das griechische Militär alarmiert, um ergänzende Radardaten zu erhalten. Ebenfalls wird gemeldet, ein griechischer Kapitän habe 130 Seemeilen südlich der Insel Karpathos Flammen am Himmel beobachtet.

UPDATE 10.37 Uhr:
Laut Airbus ist das als SU-GCC registrierte Flugzeug im November 2003 gebaut worden. Als Antrieb dienten IAE-Triebwerke. Das Flugzeug hatte 48000 Flugstunden erreicht. Airbus stehe bereit, der französischen Unfalluntersuchungsbehörde BEA alle gewünschten Informationen zur Verfügung zu stellen. Airbus bedauere, einen "Verlust" bestätigen zu müssen und gedenke aller Betroffenen.

UPDATE 12.59 Uhr:
Frankreichs Präsident Francois Hollande hat bestätigt, dass der vermisste Flug abgestürzt sei. Nähere Angaben wurden nicht gemacht. Eine etwaige Absturzstelle ist noch nicht bekannt.
Unterdessen wurde der vorherige Einsatzplan des Unglücksflugzeugs bekannt: Demnach war es in den letzten 24 Stunden bei Umläufen aus Kairo in Asmara in Eritrea und in Tunis.

UPDATE 13.22 Uhr:
Griechenlands Verteidigungsminister Panos Kammenos sagte, der Egypt-Air-Flug habe etwa 20 Kilometer nach Erreichen des ägyptisch kontrollierten Luftraums starke Kursänderungen vollzogen. Zunächst sei das Flugzeug 90 Grad nach links vom Kurs abgewichen und danach habe es einen Vollkreis nach rechts ausgeführt, wobei sich die Flughöhe von 37.000 Fuß (11.277 Meter) auf 10.000 Fuß (3048 Meter) verringerte. Darunter ging der Radarkontakt verloren.

UPDATE 14.58 Uhr:
Im Internet kursieren Fotos, die im Meer treibende, gelbe Schwimmwestenteile aus dem verunglückten Flugzeug zeigen sollen. Dabei wird jedoch keine Position genannt. Die Echtheit dieser Bilder lässt sich bisher nicht unabhängig bestätigen.

UPDATE 15.02 Uhr:
Das griechische Fernsehen meldet, südlich der Insel Karpathos seien Trümmerteile im Meer entdeckt worden.

UPDATE 16.11 Uhr: 
Der Nachrichtensender Al Arabiya twitterte, die Suchmannschaften hätten zwei im Meer treibende Körper entdeckt, die dem Unglücksflug zugerechnet werden.

Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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