02.05.2017
FLUG REVUE

Aktionäre stellen die WeichenAlitalia leitet Insolvenzverfahren ein

Die Aktionäre der defizitären italienischen Fluggesellschaft Alitalia haben nach dem in der Vorwoche gescheiterten Rettungsplan am Dienstag entschieden, ein Insolvenzverfahren einzuleiten.

A321 Alitalia im Flug

Alitalia, hier ein Airbus A321, fliegt ungewissen Zeiten entgegen. Foto und Copyright: Alitalia  

 

Damit wird das Unternehmen unter den Schutz des Insolvenzrechts gestellt und muss in dieser Phase mit Notzahlungen seitens der italienischen Regierung am Laufen gehalten werden. In der vergangenen Woche hatte die Belegschaft einen Rettungsplan über zwei Milliarden Euro abgelehnt, der mit Einschnitten und 1600 Entlassungen verbunden gewesen wäre.

Am Dienstag stimmten die Aktionäre einstimmig für den Beginn einer Insolvenzverwaltung. Der Aufsichtsrat bestätige die "ernste wirtschaftliche und finanzielle Lage des Unternehmens", so Alitalia am Dienstag. Künftig werden Insolvenzverwalter die Führung übernehmen und binnen 180 Tagen (plus 90 Tage Verlängerungsoption) eine neue Strategie entwickeln, zu der ein Verkauf von Werten, die Reduzierung des Angebots und Entlassungen gehören könnten. Binnen zwei Jahren soll dadurch entweder eine Wende zum Positiven eingeleitet werden oder die Liquidierung beschlossen werden.

Alitalia war bereits 2008 insolvent und wurde damals von italienischen Banken und Großinvestor Etihad Airways gerettet. Trotz größerer Umstrukturierungen erreichte die Fluggesellschaft aber die Gewinnzone nicht und machte wieder steigende Verluste. Die italienische Regierung hatte bereits eine Rettung oder Wiederverstaatlichung mit Steuermitteln ausgeschlossen. Mit 23 Prozent Marktanteil ist heute Ryanair die größte Fluggesellschaft in Italien, während der einstige Marktführer Alitalia auf 18 Prozent gesunken ist.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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