02.07.2013
aero.de

Australischer Abschlussbericht rügt Rolls-Royce

Zweieinhalb Jahre nach der schweren Luftnotlage des Qantas-Flugs 32 legen die Ermittler den Fall zu den Akten.

Das australische ATSB veröffentlichte in der vergangenen Woche seinen offiziellen Abschlussbericht, der eine nochmalige Schelte für den Triebwerkshersteller Rolls-Royce enthält. "Das ATSB hat festgestellt, dass der Ermüdungsbruch einer Ölleitung zum Ausfall des Triebwerks führte", erklärt die Behörde den Beginn des Vorfalls.

Nur fünf Minuten nach dem Start in Singapur geriet die VH-OQA noch im Steigflug etwa 7.000 Fuß über der indonesischen Insel Batam in ernste Schwierigkeiten. An Bord hielten sich 440 Passagiere und 29 Crewmitglieder auf.

Durch das Leitungsversagen im linken inneren Trent-900-Triebwerk sei feiner Ölnebel ausgetreten, der sich im Bereich der Mitteldruckturbine entflammt habe, rekonstruieren die Ermittler. "Der Ölbrand führte dazu, dass sich eine Turbinenscheibe von der Antriebswelle löste. Die Scheibe hat dann überdreht und ist auseinandergebrochen, wobei sie das Triebwerksgehäuse durchschlug."

Die linke Tragfläche wurde an mehren Stellen durchschlagen. Freigesetzte Debris perforierte zwei Tanks und Hydraulikleitungen. Ein kontrolliertes Ablassen von Treibstoff war den Piloten nicht mehr möglich. Sie mussten die A380 noch gut 60 Minuten in der Luft halten, bevor sie halbwegs sicher mit der nicht ausbalancierten Maschine in Singapur notlanden konnten.

Das Fahrwerk wurde zur Notlandung manuell ausgefahren. Triebwerk 1 konnte vom Cockpit aus nicht mehr abgeschaltet werden und wurde nach der Landung von der Flughafenfeuerwehr mit Schaum erstickt.


Fehler und Versäumnisse bei Rolls-Royce
Durch Fehler und Versäumnisse im Verarbeitungsprozess bei Rolls-Royce habe die Ölleitung nicht die geforderte Dicke gehabt, rüffelt das ATSB. Der Hersteller hat bereits die Verantwortung für den Vorfall übernommen. "Das war ein ernster und seltener Zwischenfall bedauern", sagte Rolls-Royce Entwicklungschef Colin Smith nach der Vorlage des Abschlussberichts.

"Die Robustheit des A380 und eine professionelle Crew haben es ermöglicht, dass das Flugzeug sicher landen konnte." Rolls-Royce schließe sich den Erkenntnissen des ATSB an und habe Maßnahmen in der Produktions- und Qualitätskontrolle ergriffen, um eine Wiederholung auszuschließen.

Auch am Triebwerk selbst besserte Rolls-Royce nach. Eine Software soll jetzt das Triebwerk automatisch abschalten, wenn eine Turbinenscheibe zu schnell läuft.

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aero.de / Dennis Dahlenburg


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