05.08.2015
FLUG REVUE

Öl- und Gasförderung in KrisenregionenBritische Charterfirma bietet Evakuierungsflüge an

Um das weit vorgeschobene Personal der Öl- und Gasindustrie in entlegenen Regionen bei örtlichen Krisen schneller evakuieren zu können, bietet eine britische Flug-Vermittlungsfirma jetzt maßgeschneiderte Evakuierungskonzepte an.

Lockheed C-130 Hercules

In Krisensituationen werden schnelle Evakuierungen von Industriepersonal oft durch überlastete Infrastruktur erschwert. Air Charter Service will dafür eigene Flugzeuge und Evakuierungsrouten organisieren. Foto und Copyright: US Department of Defense  

 

Air Charter Service (ACS), ein weltweiter Anbieter für Passagier- und Frachtcharterflüge, habe eine eigene Abteilung speziell für die Planung von Evakuierungsflügen aus Krisengebieten gegründet, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Damit reagiere ACS auf die steigende Zahl weltweiter Krisenherde und auf die erhöhte Nachfrage nach Charterflug-Lösungen im Falle politischer Unruhen oder Naturkatastrophen.

Stephen Huddlestone, Abteilungsleiter „Air Evacuation Plan (AEP)“,  sagte: „Viele unserer Kunden, etwa aus dem Bereich der Öl- und Gasindustrie, beschäftigen Mitarbeiter in potentiell gefährlichen Regionen.“ Um die Umsetzung von Evakuierungsflügen im Ernstfall ohne Zeitverluste durch die Beschaffung von Informationen zu verlieren, die schon im Vorfeld hätten erhoben werden können, biete ACS ab sofort kundenspezifische Evakuierungspläne an. Hierbei treffe ACS umfangreiche Vorkehrungen auf Grundlage realistischer Krisenszenarien und arbeite mögliche Evakuierungsrouten und Alternativlösungen aus. 

„Wir bieten ein permanentes Monitoring des Chartermarktes für gefährdete Regionen. Dazu gehören die Identifikation der wichtigsten Betreiber von Fluggeräten in der Region sowie nahe gelegener und alternativer Flughäfen, weil Airports im Krisenfall nicht selten geschlossen werden oder nur eingeschränkt nutzbar sind. Auch die Verfügbarkeit von Flugzeugen an relevanten Standorten wird kontinuierlich eruiert“, so Charterexperte Huddlestone. Im Vorfeld werden sogar Kreditvereinbarungen getroffen, um nicht im Ernstfall durch mögliche Komplikationen beim Zahlungsverkehr Zeit zu verlieren.

Ist die Krise eingetreten, besteht eine große Schwierigkeit darin, dass eine Vielzahl von Menschen gleichzeitig das Land verlassen will. Dies haben zuletzt auch die Erfahrungen während der Aufstände des arabischen Frühlings 2011 gezeigt, als ACS dennoch in kurzer Zeit mehr als 15.000 Menschen aus Ägypten, Tunesien und Libyen ausfliegen konnte. 

Sobald internationale Firmen Tausende Mitarbeiter zeitgleich in Sicherheit bringen wollen, sind Linienverbindungen schnell überfordert. „Wenn die Unternehmen dann feststellen, dass ein Flugzeugcharter die einzige Alternative ist, sind die besten Lösungen möglichweise schon nicht mehr verfügbar, weil die Nachfrage bei Krisen enorm in die Höhe schnellt. Mit der entsprechenden Vorbereitung geht dagegen keine Zeit verloren. Unternehmen behalten die komplette Kontrolle und der ausgearbeitete Evakuierungsplan kann sofort umsetzt werden, um die Mitarbeiter in Sicherheit zu bringen“, erklärt Huddlestone. ACS verfügt über ein weltumspannendes Netz lokaler Niederlassungen und kann auf umfangreiche Erfahrungen im Einsatz für Regierungen und Nichtregierungsorganisationen, aber auch für Großkonzerne und Einzelpersonen zurückblicken. ACS ist seit seiner Gründung im Jahr 1990 an Einsätzen beteiligt, die Menschen aus Gefahrenzonen herausfliegen und Hilfskräfte und -Lieferungen in Krisenregionen bringen.

Air Charter Service (ACS) wurde 1990 in Großbritannien gegründet. Das global agierende Unternehmen mit Sitz in London engagiert sich in den Geschäftsbereichen Commercial, Executive und Cargo Charter. An weltweit 19 Standorten auf fünf Kontinenten sind mehr als 300 Mitarbeiter beschäftigt. Neben London betreibt ACS unter anderem Niederlassungen in Dubai, Johannesburg, Moskau, New York, Paris, Hongkong und Sao Paulo. In Deutschland hat Air Charter Service ein Büro in Frankfurt am Main. 

Das Herzstück der Dienstleistungen von ACS ist eine elektronische Luftfahrzeugdatenbank, mit der permanent die Bewegungsdaten und die Verfügbarkeit von weltweit über 50.000 Luftfahrzeugen verwaltet werden. Das ermöglicht den Brokern, ihren Kunden jederzeit das passende Fluggerät anbieten zu können. Darüber hinaus organisiert ACS auf Wunsch den kompletten Transfer bis zum Bestimmungsort. 2014 organisierte Air Charter Service mehr als 9000 Charterflüge und machte einen Umsatz von über 450 Millionen US-Dollar.

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www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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