03.12.2014
FLUG REVUE

Schadensersatzforderung in MilliardenhöheDeutsche Bahn AG klagt gegen Luftfrachtkartell

Die Deutsche Bahn klagt gegen eine Reihe von Fluggesellschaften, die dem Unternehmen durch untereinander abgesprochene, überhöhte Kerosinzuschläge Schäden in Milliardenhöhe verursacht haben sollen. Bisher seien die Airlines nicht zu Gesprächen bereit gewesen.

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Die Deutsche Bahn AG klagt gegen eine Gruppe von Luftfrachtairlines, die auch ihre Tochter DB Schenker, den zweitgrößten Luftfrachtspediteur der Welt, geschädigt haben sollen. Foto und Copyright: Fraport  

 

Die Deutsche Bahn habe am 1. Dezember vor dem Landgericht Köln Schadensersatzansprüche in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro gegen Air Canada, British Airways, Cargolux, Cathay Pacific, Deutsche Lufthansa, Japan Airlines, LAN, Quantas, SAS und Singapore Airlines geltend gemacht, teilte die Deutsche Bahn mit. Hinzu kämen bereits aufgelaufene Zinsen in Höhe von ca. 560 Mio. Euro. Damit klage die Deutsche Bahn auf Schadensersatz wegen eines schon 2006 aufgedeckten weltweiten Luftfrachtkartells. Die Fluggesellschaften seien bisher nicht zu konkreten Gesprächen über Schadensausgleich bereit gewesen.

Die Europäische Kommission hatte im November 2010 gegen zahlreiche Fluggesellschaften wegen der Beteiligung am Luftfrachtkartell Geldbußen in Höhe von insgesamt ca. 800 Mio. Euro verhängt. Nach Meinung der Kommission hatten die Luftfrachtunternehmen ihr Vorgehen bei Treibstoff- und Sicherheitszuschlägen in dem Zeitraum von 1999 bis 2006 abgesprochen. Zu Verurteilungen und Geldbußen in Höhe von insgesamt ca. 1,5 Milliarden Euro ist es außerdem in den USA, Australien, Brasilien, Kanada, Neuseeland, Südafrika und Südkorea gekommen. Zuletzt hatte im Januar 2014 die Schweizerische Kartellbehörde Geldbußen verhängt. In den USA wurden Verantwortliche sogar zu Freiheitsstrafen ohne Bewährung verurteilt.

Von dem Kartell war auch die Bahn-Tochter DB Schenker als weltweit zweitgrößter Luftfrachtspediteur betroffen. Neben der Klage in Deutschland geht die Deutsche Bahn auch in den USA gerichtlich gegen verschiedene Fluggesellschaften vor: Air France, All Nippon Airways, Cargolux, KLM, Martin Air, Quantas und SAS vor. Die Ansprüche der Deutschen Bahn belaufen sich weltweit auf rund 2,1 Milliarden Euro.



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