30.05.2014
FLUG REVUE

Weniger Landeplätze nutzbarDeutsche Luftrettung wegen neuer EU-Norm in Gefahr

Ab Oktober 2014 können nur noch die Hälfte aller deutschen Krankenhäuser mit bisherigem Landeplatz von der Luftrettung angeflogen werden - falls eine neue EU-Norm greift.

EC145 DRF Dachlandung

EC145 der DRF werden auch von Krankenhausdächern aus eingesetzt (Foto: DRF).  

 

EU Norm "965/2012" fordert die luftrechtliche Zertifizierung von Landeplätzen nach hohen technischen Standards. Für nicht zertifizierte "Landestellen" gilt dann: die sogenannten Flugbewegungen werden auf 100/Jahr (entspricht 50 Starts und Landungen) beschränkt. Der Betrieb darf ausschließlich bei Tageslicht
und nur an einer bereits vor dem 01.07.2002 in Benutzung und am Boden
befindlichen Landestelle ausgeführt werden.

Die Norm basiert auf den technischen Gegebenheiten älterer und weniger leistungsstarker Hubschrauber, wie sie zum Teil in anderen EU-Ländern noch geflogen werden. Diese benötigen aufgrund ihrer minderwertigen technischen Leistung einen sehr flachen Ein- und Abflugwinkel, so dass z.B. im städtischen Bereich nur noch Dachlandeplätze zertifiziert werden könnten.

Die Einschränkung der Flugbewegungen wird besonders kleinere und mittlere Krankenhäuser treffen, die als lokale oder regionale Trauma-Zentren auf Verlegungsmöglichkeiten schwerverletzter Patientenan überregionale Trauma-Zentren angewiesen sind.

Prof. Dr. Julia Seifert, Vizepräsidentin des Berufsverband der Deutschen Chirurgen (BDC)., fordert die Politik dringend zum Handeln auf. "Im Interesse zukünftiger Patienten muss unsere Regierung diese EU-Regelung verhindern oder Ausnahmeregelungen schaffen, damit die derzeitige Kapazität für Luftrettungs-Transporte schwerkranker Menschen erhalten bleibt. In Deutschland haben wir leistungsstarke Hubschrauber, für die die genannten Beschränkungen nicht notwendig sind."



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