02.09.2016
FLUG REVUE

Falcon 20 des DLR Atmosphären-Messflüge in Westafrika

Von Lomé aus erkundete die Falcon 20 des DLR die komplexen Wolkenformationen über Westafrika, die durch einen Cocktail an Emissionen beeinflusst werden.

Falcon 20 DLR in Togo

Mit der Falcon 20 untersützte das DLR das EU-Projekt DACCIWA in Westafrika (Foto: DLR).  

 

Forscher aus insgesamt 16 wissenschaftlichen Einrichtungen in sechs Ländern untersuchen in dem vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) koordinierten EU-Projekt DACCIWA die Zusammenhänge zwischen Wettereinflüssen, Klimawandel und Luftverschmutzung. In einer koordinierten Messkampagne erforschen die Wissenschaftler dabei erstmals die gesamte Kette der Auswirkungen von natürlichen und menschengemachten Emissionen auf die westafrikanische Atmosphäre.

Vom Flughafen Lomé aus starteten die DLR-Forscher mit dem Forschungsflugzeug Falcon in die westafrikanischen Lüfte. Die Piloten der DLR-Einrichtung Flugexperimente aus Oberpfaffenhofen steuerten die Falcon in verschiedenen Höhen durch Wolkenschichten und flogen gezielt in Abgasfahnen hinein. Auch der Schiffsverkehr vor der südlichen Küste Westafrikas und die Emissionen einer Ölplattform vor Ghana wurden untersucht.

Die Luftverschmutzung bleibt nicht dort wo sie entsteht, sondern zieht sich bis zu 300 Kilometer ins Landesinnere. Deshalb verfolgte die Falcon die Abgasfahnen der großen Küstenstädte Accra, Abidjan, Lomé und Cotonou auf ihrem Weg von der Küste bis ins Landesinnere, bevor sie – über Wälder und Savannen hinweg – weiter in Richtung Sahara ziehen.

Twin Otter und ATR ebenfalls im Einsatz

Neben der DLR-Falcon waren das eine Twin Otter des British Antarctic Survey und die ATR des Service des Avions Français Instrumentés pour la Recherche en Environnement im Einsatz (Foto: DLR).  

 

Neben der DLR-Falcon waren das eine Twin Otter-Propellermaschine des British Antarctic Survey und die ATR des Service des Avions Français Instrumentés pour la Recherche en Environnement (SAFIRE) der französischen Forschungsinstitutionen CNRS, Météo-France und CNES. Die unterschiedlichen Flugzeugstypen spielten jeweils ihre besonderen Stärken aus (Reichweite, Flughöhe und -dauer) – flogen jedoch mit ähnlicher Instrumentierung, um einen konsistenten gemeinsamen Datensatz zu generieren.

Noch bis 2018 erforschen die Wissenschaftler im Projekt DACCIWA die Einflüsse der verschiedenen Emissionen auf die Wolkeneigenschaften und die Luftqualität in Westafrika. „Unsere Ergebnisse dienen dazu, die gegenwärtigen Klima- und Wettermodelle zu verbessern. Dann können wir gemeinsam mit unseren afrikanischen Partnern belastbarere Prognosen für Westafrika aufstellen – einer Region, die weltweit mit am stärksten die Auswirkungen des Klimawandels zu spüren bekommen wird“, wagt DLR-Projektleiter Dr. Schlager einen Blick in die Zukunft.



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