21.10.2015
FLUG REVUE

Lehren aus Germanwings-AbsturzEASA: Task-Force legt Aktionsplan vor

Eine Task-Force der EASA hat Vorschläge vorgelegt, mit denen eine Wiederholung eines gezielten Absturzes, wie bei Germanwings-Flug 9525 geschehen, verhindert werden soll.

Cockpit Air France 2 Piloten

Die EASA will die medizinische und psychologische Überwachung des fliegenden Personals in der EU verschärfen und dazu neue Regeln erlassen. Archivbild und Copyright: Air France  

 

Die EU-Task-Force der EASA will die ständige Anwesenheit von zwei Personen im Cockpit vorschreiben und die psychologische Untersuchung aller Piloten vor und in der Ausbildung verbessern. Etwaigen Auffälligkeiten soll nachgegangen werden. Um zu vermeiden, dass Piloten etwaige Krankheiten oder Behandlungen verschweigen, soll, unter Wahrung ihres Patientenschutzes, eine europaweite Datenbank für flugmedizinische Daten gegründet werden. Außerdem sollen ständige Drogen- und Alkoholtests für Piloten nach dem Zufallsprinzip eingeführt werden. Die Piloten sollen außerdem durch ein straffreies System zur freiwilligen Meldung von Vorkommnissen ermutigt werden.

Noch vor dem Jahresende 2015 will die EASA auf einer Expertentagung zum Thema "Medizinische Flugtauglichkeit" genauere Regelungen erarbeiten, die danach der EU als Basis neuer Vorschriften vorgeschlagen werden sollen. Bis Ende 2016 folgen dann auch Vorschläge für neue Flugbetriebsregeln und für die Airline-Umsetzung der neuen Vorschriften.

UPDATE:

Die Pilotengewerkschaft "Vereinigung Cockpit" (VC) teilte am Mittwoch mit, sie lehne zufällige Drogen- und Alkoholtests wegen einer zu geringen Trefferquote als unzulässigen Generalverdacht und "Aktionismus" ab. Nachweislich effizienter seien sogenannte "Peer Intervention Programme", bei denen die Piloten sich untereinander beobachteten und im Falle einer Fluguntauglichkeit den betroffenen Kollegen zum freiwilligen Verzicht auf den Antritt des jeweiligen Dienstes brächten. Die VC bemängelt auch, dass Psychopharmaka, wie sie bei Flug 4U9525 eine Rolle gespielt haben, durch normale Tests nicht ermittelt werden könnten.

Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


Weitere interessante Inhalte
Neuer chinesischer Zweistrahler C919-Flügel bestehen Belastungstest

23.07.2018 - Der chinesische Flugzeughersteller Comac hat den "Ultimate Load Test" nach eigenen Angaben erfolgreich abgeschlossen. … weiter

Triebwerk für Airbus A330neo Rolls-Royce Trent 7000 zugelassen

20.07.2018 - Das Rolls-Royce Trent 7000, das den Airbus A330neo antreibt, hat heute seine Zulassung von der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) erhalten. … weiter

Bodenerprobung in Frankreich Safran testet hybrid-elektrischen Antrieb

20.07.2018 - Der französische Luftfahrtkonzern Safran entwickelt derzeit einen verteilten hybrid-elektrischen Antrieb für Luftfahrzeuge. Nun wurde der Demonstrator erstmals angelassen. … weiter

Farnborough Airshow Verkaufsbilanz: Boeing vor Airbus

19.07.2018 - Auf der Luftfahrtmesse in Farnborough hatte diesmal Boeing bei der üblichen Verkaufsshow die Nase mit 673 zu 431 Flugzeugen vorn. … weiter

UPDATE: Fast 1500 Aufträge und Absichtserklärungen Farnborough 2018: Die Bestellungen

19.07.2018 - Auf der Airshow in Farnborough gaben Airbus, Boeing und Co. wieder eine Flut von Aufträgen bekannt. Am Ende stehen knapp 1500 Flugzeuge - meist als Absichtserklärungen - in den Büchern. Dies sind … weiter


FLUG REVUE 08/2018

FLUG REVUE
08/2018
09.07.2018

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Stationen im All: Was kommt nach der ISS?
- Rafale fliegt auf der "Bush"
- Flugzeugbau virtuell: Alles wird digital
- Joon: Der Billigflieger von Air France
- Airbus-Lieferzentrum: Hochbetrieb in Hamburg