15.01.2018
Erschienen in: 01/ 2018 FLUG REVUE

Show-NummerEmirates 100. Airbus A380

Emirates bricht alle Rekorde und übernahm bereits ihren 100. Airbus A380. Die Riesenflotte wird auch als fliegender Werbe- und Imageträger genutzt. Doch mit einer von Airbus dringend erhofften nochmaligen A380-Nachbestellung zögern die Dubaier noch.

Feierliche Übergabe in Hamburg-Finkenwerder an Emirates: Am 3. November übernahm die Fluggesellschaft im Airbus-Auslieferungszentrum an der Elbe ihren 100. Airbus A380-800. Zunächst symbolisierte der Auftritt einer Tanzgruppe mit schnell wechselnden Musik- und Tanzstilen das globale Emirates-Publikum. Dann empfingen Scheich Ahmed bin Saeed Al-Maktoum, Emirates-Chairman und -Konzernchef, und Tim Clark, Emirates-Präsident, ihren jüngsten Doppelstockjet mit der Werk­nummer MSN239 und der Registrierung A6-EUV. Übergeben wurde er von Airbus-Konzernchef Tom Enders, Rolls-Royce Kundendienst-Direktor Dominic Horwood und Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch.

Die Nummer 100 in der Emirates-Flotte ist bereits die zehnte A380 mit Rolls-Royce-Triebwerken. Sie ist mit großen Fotos von Scheich Zayed dekoriert, dem Gründervater der Vereinigten Arabischen Emirate, der 2018 seinen 100. Geburtstag begehen würde. Scheich Ahmed sagte, die A380 helfe Emirates an slotbeschränkten Flughäfen wie Heathrow und JFK und an nachfragestarken Zielen wie Manchester und Düsseldorf.

Piloten und Passagiere liebten die A380, sie sei „sehr gut für unsere Bilanz“, so der leitende Luftfahrtverantwortliche aus den Emiraten. Die bisherigen A380-Aufträge von Emirates haben einen Gesamtwert von 61 Milliarden Dollar, so Scheich Ahmed. Ein Betrag, der auch in Deutschland positive Spuren hinterlässt: Hamburgs Senator Frank Horch sagte, die Arbeitsplätze im Luftfahrtbereich hätten sich dank Airbus im Großraum Hamburg von 20 000 auf 40 000 verdoppelt. Noch nie sei Hamburg im Luftfahrtbereich so stark gewesen.

Imageträger und Touristenschaufel

Emirates hat die A380 längst zu ihrem fliegenden Markenzeichen gemacht. Mit der legendären Bar im hinteren Oberdeck, mit Duschen und einer immer wieder modernisierten Kabinenausstattung auch für die „hinteren“ Sitzklassen wird die A380 als Synonym für komfortables Reisen vermarktet. Mit einfachem Umsteigen in Dubai erreicht der Passagier weltweit jeden Punkt im Emirates-Netz. Nicht zuletzt durch die enorme Passagierkapazität der A380 hat sich die 2,8-Millionen-Stadt Dubai zum globalen Handelsplatz und Fremdenverkehrsmagneten gemausert. In den ersten drei Quartalen 2017 wurden alleine 11,58 Millionen ausländische Übernachtungsgäste gezählt (plus 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum). Indien stellt mit 1,5 Millionen Besuchern die größte Gruppe vor Saudi-Arabien und Großbritannien. 338 000 Gäste kamen aus Deutschland.

Die A380 befördert nicht nur einen Großteil der Besucher, sie lockt als Riesenleinwand auch neue Gäste an: mit Sonderlackierungen der von Emirates gesponserten Sportteams und mit Werbekampagnen zu Themen wie Tierschutz, Expo oder, wie bei Nr. 100, dem Dubai-Gründervater Scheich Zayed, ruft sich Dubai ins Bewusstsein.

Das unübersehbare Geschick in Sachen öffentlicher Wahrnehmung bekam zuletzt auch Airbus auf der Luftfahrtmesse in Dubai allerdings auf andere Weise zu spüren, auf der die Airline eigentlich weitere A380 ordern wollte. Nachdem am Eröffnungstag eine angeblich schon per Handschlag besiegelte Nachbestellung für 30 bis 40 A380 verkündet werden sollte, brüskierten die Emiratis bewusst ihren europäischen Lieferanten in Anwesenheit der im Saal bereits hoffnungsvoll versammelten Airbus-Vertreter und Journalisten und bedachten die Konkurrenz: Unvermittelt erteilten sie einen Großauftrag über 40 Boeing 787-10. Ein Denkzettel, denn Emirates fordert von Airbus – bisher erfolglos – eine „wasserdichte Garantie“, so Airline-Chef Tim Clark, dass die A380 mindestens noch zehn Jahre, lieber 15 Jahre, lang gebaut wird, und zwar nach Abschluss der bisher vereinbarten Lieferungen an Emirates etwa 2023. Es ist verständlich, dass die Airline nicht plötzlich auf einem etwaigen Auslaufmodell sitzenbleiben möchte und sogar schon auf eine verbesserte Nachfolgeversion mit neuesten Triebwerken hofft. Andererseits kann sich ein Flugzeughersteller, bei derzeit unbestreitbar schwacher A380-Nachfrage, nicht direkt von einem einzelnen Kunden in seine Produktstrategie reinreden lassen.

Ausgewählte Emirates-A380-Sonderlackierungen

Emirates A380 Sonderlackierung United for Wildlife

Emirates setzt sich mit der Lackierung eines A380 für den Schutz bedrohter Tierarten ein. Foto und Copyright: Emirates  

 

(oft nur kurzzeitiger Einsatz, auch mehrfache Sonderlackierungen pro Flugzeug möglich)

6000. Airbus Flugzeug

Der Airbus A6-EDH erhielt bei der Indienststellung diese besondere Aufschrift.

US Open Series
Tenniswerbung auf der A6-EDM

Flughafen Hamburg 1911 bis 2011
Sticker auf A6-EDE im November 2011

One million fans like us on Facebook
A380, A6-EDF und A6-EDE

40 years Spirit of the Union

An die Gründung der Emirate erinnerten im Dezember 2011 die Flugzeuge A6-EDH, A6-EDF, A6-EDE, A6-EDD, A6-EDI und A6-EDM.

AC Milan
A6-EDG

FIFA World Cup 2010 South Africa
A6-EDJ

Rugby
A6-EDN

FIFA World Cup 2014 Brazil
A6-EEQ

Glasgow 2014
A6-EET

Cricket World Cup 2015
A6-EDZ, A6-EEH, A6-EDA, A6-EDM, A6-EDN, A6-EEQ, A6-EEF, A6-EEK

United for Wildlife
A6-EDG, A6-EEI (Tiger, Löwen, Gorilla, Nashorn, Bär, Elefanten) A6-EEQ, A6-EOM

FC Arsenal
A6-EES

Real Madrid
A6-EOA

Los Angeles Dodgers
A6-EON

Paris Saint-Germain
A6-EOT

100th A380
2018 Year of Sheikh Zayed A6-EOV

Außerdem ist die Flotte mit „Expo 2020 Dubai“-Stickern am Bug dekoriert.

FLUG REVUE Ausgabe 01/2018



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