03.06.2013
aero.de

Ermittler: Fan Doors nach Wartung nicht verschlossen

Der am 24. Mai am Flughafen London Heathrow notgelandete Airbus A319 von British Airways startete mit nicht verriegelten Fan Cowl Doors.

British Airways Airbus A319 Notlandung Heathrow Fan Doors

Offene Schnappverschlüsse an einem Vergleichstriebwerk. Foto und Copyright: AAIB  

 

An beiden V2500-Triebwerken seien die Schnappverschlüsse der Fanverkleidung nach Wartungsarbeiten nicht verriegelt worden, schreiben die Ermittler der britischen Untersuchungsbehörde AAIB in ihrem Eröffnungsbericht. Die offenen Verschlüsse seien auch der Crew beim Walk-Around Check nicht aufgefallen.

Nach dem Start rissen an beiden Triebwerken Teile der Verkleidung ab. "Am rechten Antrieb wurde dabei eine Treibstoffzuleitung perforiert und der Rumpf des Flugzeugs beschädigt", stellt das AAIB fest. "Das linke Triebwerk lief den gesamten Flug über normal weiter."

Im Anflug auf Heathrow habe sich am rechten Antrieb ein Feuer entwickelt, weshalb die Piloten dieses Triebwerk noch vor der Landung abgeschaltet hätten. Nach der Feuermeldung habe die Crew eine "MAYDAY"-Luftnotlage für den Flug BA762 erklärt. Das Flugzeug landete mit seinen 75 Passagieren und fünf Mitgliedern der Besatzung schließlich sicher auf der Bahn 27R in Heathrow.

Bei der Landung sei ein Reifen des rechten Hauptfahrwerks geplatzt, schreibt das AAIB in seinem Bericht. Am Fahrwerk seien ferner Schäden festgestellt worden, die auf herumfliegende Teile der Triebwerksverkleidung zurückzuführen seien.

An der A319 seien in der Nacht vor dem Morgenflug nach Oslo regelmäßige Wartungsarbeiten durchgeführt worden. Offen stehende Riegel seien schwer erkennbar, da sich die Verschlüsse an der Unterseite der Triebwerke befänden, schreibt das AAIB. Allerdings seien die Triebwerke so konstruiert, dass bei nicht verriegelten Fan Doors ein sichtbarer Spalt zur Triebwerkszelle entstehe.

Unverriegelte Fan Doors führten bei V2500-Triebwerken dennoch schon öfter zu Problemen. Das AAIB nahm den Vorfall vom 24. Mai daher zum Anlass, erneut auf die Bedeutung einer visuellen Überprüfung der Verschlüsse vor jedem Start hinzuweisen.

"Wir loben ausdrücklich die Professionalität der Piloten bei der Landung und die der Kabinencrew bei der Evakuierung des Flugzeugs", reagierte British Airways-Chef Keith Williams auf das Bulletin des AAIB. Die Airline habe bereits "erste Maßnahmen" ergriffen, um sicherzustellen, dass sich ein derartiger Vorfall nicht wiederhole.

aero.de / Dennis Dahlenburg / flugrevue.de / as


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