09.05.2017
FLUG REVUE

James Hogan verlässt das UnternehmenEtihad-Gruppe baut Führung um

Die Etihad Aviation Group aus Abu Dhabi hat Ray Gammel übergangsweise zum neuen Vorstandsvorsitzenden der Gruppe ernannt und angekündigt, dass der bisherige Präsident und Vorstandschef James Hogan das Unternehmen ab Juli verlassen werde.

A380 Etihad

Ein Airbus A380 in den Farben von Etihad. Foto und Copyright: Etihad  

 

Im Rahmen des Führungswechsels habe Ray Gammell bereits "die volle Managementverantwortung übernommen", meldete Etihad am Montag. Bisher war der Manager als Personalvorstand der Etihad Aviation Group tätig. Er arbeitet seit 2009 für das Unternehmen. Außerdem wurde Ricky Thirion, ebenfalls übergansweise, zum neuen Chief Financial Officer ernannt. Er arbeitet seit 2007 für Etihad Airways und ist aktuell SVP Group Treasurer. Der bisherige CFO James Rigney soll, wie Hogan, das Unternehmen ebenfalls zum 1. Juli 2017 verlassen.

Ehemaliger Etihad Airways-Chef James Hogan

James Hogan hatte mit seiner Beteiligungs- und Sanierungsstrategie bei der Etihad Group keinen dauerhaften Erfolg. Foto und Copyright: Etihad  

 

Mohamed Mubarak Fadhel Al Mazrouei, Chairman der Etihad Aviation Group, sagte: „Gammell und Thirion genießen das volle Vertrauen des Vorstands. Gammell wird ab sofort die gesamte Managementverantwortung für die Etihad Aviation Group übernehmen und einen koordinierten Ansatz innerhalb des gesamten Konzerns sicherstellen. Dabei wird er auch weiterhin die strategischen Überlegungen vorantreiben, die der Vorstand 2016 initiiert hatte, um das Unternehmen für die kontinuierliche Weiterentwicklung in dem anspruchsvollen Umfeld der globalen Luftfahrt neu zu positionieren. 

Derzeit läuft der Auswahlprozess für einen neuen CEO des Unternehmens. Der Vorstand ist sehr zufrieden mit der Auswahl der Kandidaten, so dass wir voraussichtlich in den kommenden Wochen die neue Personalie verkünden können.“ 

Mit dem Führungswechsel wendet sich Etihad von der Strategie des scheidenden Konzernchefs James Hogan ab, der durch ein Netzwerk von Zukäufen und Beteiligungen an europäischen Airlines, darunter airberlin und Alitalia, das Zubringernetzwerk zum Etihad-Drehkreuz Abu Dhabi schlagartig hatte stärken wollen. Die Sanierung der relativ günstig gekauften Beteiligungsairlines erwies sich jedoch als wesentlich kostspieliger und langwieriger als geplant und brachte diesen oft keine dauerhafte Gesundung.

Die Etihad Aviation Group besteht aus fünf Geschäftsbereichen: Etihad Airways, die nationale Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate, Etihad Engineering, Etihad Airport Services, Hala Group und den Airline Equity Partners. Die Gruppe verfügt über Minderheitsbeteiligungen an sieben Fluggesellschaften: airberlin, Air Serbia, Air Seychelles, Alitalia, Jet Airways, Virgin Australia und der Schweizer Fluggesellschaft Etihad Regional, betrieben von Darwin Airline.

Von ihrem Drehkreuz am Abu Dhabi International Airport bedient Etihad Airways mehr als 110 existierende oder angekündigte Passagier- und Cargo-Destinationen im Nahen Osten, Afrika, Europa, Asien, Australien und Amerika. Die Flotte umfasst über 120 Airbus- und Boeing-Flugzeuge. Weitere 204 Maschinen sind bestellt, darunter 71 Boeing 787, 25 Boeing 777X, 62 Airbus A350 und zehn Airbus A380.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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