12.08.2013
aero.de

Etihad-Interesse an LOT beunruhigt Star Alliance

Etihad Airways ist bereit, Millionen in das taumelnde Star Alliance-Mitglied LOT Polish Airlines zu investieren.

Die Airline aus Abu Dhabi soll inzwischen zum engsten Kreis der Interessenten für eine Beteiligung an LOT zählen, schreibt das "Warsaw Business Journal". Die polnische Regierung muss auf Weisung der EU zeitnah einen Investor für LOT finden und die Airline zeitgleich einem harten Sanierungsprogramm unterziehen.

LOT benötigte für dieses Jahr überraschend einen Staatszuschuss von 100 Millionen Euro, um sich in der Luft zu halten. Die EU genehmigte Beihilifen aber nur unter strengsten Auflagen und forderte eine umgehende Privatisierung der immer noch mehrheitlich staatlichen LOT ein.

Seit 2008 schreibt man in Warschau durchgehend Verluste, zuletzt stand ein Fehlbetrag von 28 Millionen Euro unter der Bilanz. Vor allem die Konkurrenz durch Billigflieger auf einst profitablen Kurzstrecken macht LOT zu schaffen.

Die Einsparungen werden in erster Linie die Mitarbeiter treffen. Im fliegenden Personal und der Verwaltung sollen zwischen 700 und 800 Jobs wegfallen.

Von ihren sechs bestellten Boeing 787-8 wird LOT voraussichtlich nur vier selbst betreiben. Zwei 787-8 will LOT nach der Lieferung direkt verleasen. Die meisten Embraer E170 und E175 Regionaljets sollen die LOT-Flotte ersatzlos verlassen.


Mehrheits-Einstieg über airberlin?
Etihad-Chef James Hogan baut seit zwei Jahren Beteiligungen an international fliegenden Airlines auf, um deren Verkehr mit dem Netzwerk von Etihad Airways zu verbinden. Zuletzt kaufte sich Etihad bei der indischen Jet Airways und der serbischen JAT ein.

Als nicht in der EU registriertes Unternehmen könnte sich Etihad maximal mit 49 Prozent an LOT beteiligen. Über airberlin - Etihad ist auch dort der größte Aktionär - wäre allerdings eine mehrheitliche Übernahme von LOT möglich.

"Wir kommentieren keine Marktgerüchte", sagte ein airberlin-Sprecher aero.de im Juni, nachdem airberlin in Medienberichten als Interessent für LOT genannt wurde.

Im LOT-Bündnis Star Alliance sorgt man sich inzwischen um den Verbleib seines osteuropäischen Mitglieds. Noch im August soll der LOT Vorstand mit Vertretern der großen Allianzpartner Lufthansa und United die Situation beraten, heißt es in Luftfahrtkreisen.

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aero.de / Dennis Dahlenburg


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