23.10.2015
FLUG REVUE

Streit um Codeshare-Flüge mit airberlinEtihad reicht einstweilige Verfügung ein

airberlin-Großinvestor Etihad Airways hat am Freitag eine einstweilige Verfügung gegen die Beendigung seiner Codeshare-Flüge mit airberlin eingereicht. Das deutsche Verkehrsministerium hatte das bisherige Codesharing ab dem kommenden Winterflugplan nicht mehr genehmigt.

airberlin und etihad flughafen münchen

Etihad möchte ihre Codeshare-Flüge mit airberlin fortsetzen. Das Bundesverkehrsministerium ist dagegen, das Bundeswirtschaftsministerium dafür. Foto und Copyright: FMG  

 

Etihad Airways habe am Freitag eine einstweilige Verfügung eingereicht, um die Codeshare-Flüge mit airberlin zu schützen, teilte Etihad Airways mit. Die Einleitung rechtlicher Schritte solle außerdem die 8000 Angestellten der deutschen Fluggesellschaft schützen und den Passagieren Transparenz "und Zuversicht" geben. Etihad hält Anteile in Höhe von 29,2 Prozent an airberlin, Deutschlands zweitgrößter Airline.

Etihad Airways sagte, dass sie nicht länger warten könne, bis die deutsche Regierung eine Entscheidung fälle, ob sie die Etihad Codeshare-Flüge mit airberlin zu 29 Destinationen in Europa, USA und in den Vereinigten Arabischen Emiraten bestätige. Die Passagiere der Airlines hätten bereits über 82.000 Reisen auf diesen Routen gebucht. Diese Flüge seien Teil des Winterflugplans 2015/16, der in nur zwei Tagen beginne und fünf Monate vom 25. Oktober 2015 bis zum 31. März 2016 gültig sei.

Da die deutschen Behörden bislang keine Entscheidung getroffen hätten, sehe Etihad keine andere Alternative, als präventiv eine einstweilige Verfügung beim Verwaltungsgericht in Braunschweig einzureichen. In der Vergangenheit hatten die deutschen Behörden bereits sieben Flugpläne von Etihad Airways genehmigt. Unter anderem auch alle Codeshare-Flüge, die die Airline zusammen mit airberlin seit 2012 betreibt.

Strittig ist, ob das Luftverkehrsabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten die bisher genuzten Codeshare-Rechte umfasst, mit denen Etihad airberlin-Flüge auch unter eigener Flugnummer vermarkten kann. Letzeres dürfte für die defizitäre deutsche Airline hilfreich, vielleicht sogar überlebenswichtig, sein. Deswegen hatte sich das deutsche Wirtschaftsministerium auch für eine nochmalige Codeshare-Genehmigung eingesetzt.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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