07.03.2015
Erschienen in: 01/ 2014 FLUG REVUE

Luftverkehrsregion Nummer EinsFluggesellschaften Asiens

In der Spitzengruppe des weltweiten Luftverkehrs rückt der Wachstumsmarkt Asien langfristig voran. Doch auch in Fernost herrscht kein völlig ungebremstes Wachstum.

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Ende September 2013 musste die IATA, der weltweite Verband von 240 Linienfluggesellschaften, ihre Finanzprognose für das Jahr 2013 leicht senken. Statt eines noch im Juni vorhergesagten Airline-Jahresgewinns in Höhe von 4,6 Milliarden Dollar sagt die IATA für die Region Asien/Pazifik nun nur noch 3,1 Milliarden Dollar für 2013 voraus. Damit liegt Asien allerdings im weltweiten Trend. IATA-Chef Tony Tyler zieht folgendes Fazit für die Airlinebranche: „Insgesamt sehen wir die Dinge positiv. Die Profitabilität wächst weiter. Aber es gibt auch einige Tempobremsen. Im Frachtgeschäft ist ein Plus ausgeblieben, und in den Schwellenländern hat sich das Wachstum abgeschwächt. Auch der Anstieg des Ölpreises war ein Dämpfer. Wir blicken aber optimistisch in Richtung Jahresende. Für 2014 erwarten wir eine Verdopplung der Gewinne, verglichen mit dem Jahr 2012.“ Immerhin lag der Bereich Asien/Pazifik im Monat September, laut IATA, mit 8,5 Prozent Passagierwachstum deutlich über dem globalen Durchschnitt von 5,5 Prozent. Nur die IATA-Region Nahost, geografisch ebenfalls zu Asien gehörend, übertraf ihn noch mit 10,4 Prozent Zuwachs.

Wegen unterschiedlicher Geschäftsjahresgrenzen und Veröffentlichungspflichten ist es nicht ganz einfach, für das Jahr 2013 die größten Airlines Asiens zu ermitteln. Gemäß den verfügbaren Angaben zeichnete sich bei Heftschluss folgende Rangfolge ab:

Die größte Luftverkehrsgesellschaft Asiens und seit 34 Jahren größte Airline Chinas ist China Southern Airlines. Der Gigant aus Guangzhou transportierte 2012 mit gut 500 Flugzeugen rund 86 Millionen Passagiere und steht damit weltweit an fünfter Stelle. Die Passagierzahlen für Januar bis September 2013 nennen 69,3 Millionen beförderte Passagiere. Bis Jahresende 2012 beförderten die Chinesen während 10,37 Millionen Flugstunden nahezu 600 Millionen Passagiere – ohne Zwischenfall. Zur modernen Flotte gehören auch fünf Airbus A380, die bisher einzigen in China.

Als Asiens Nummer zwei gilt China Eastern Airlines, die im ersten Halbjahr 2013 rund 37,8 Millionen Passagiere beförderte. Auch die Nummer drei nach Passagieren kommt aus China: Air China. Der Flag Carrier aus Peking gibt für die Monate Januar bis Oktober 65 Millionen Fluggäste an. Mit der privaten indonesischen Lion Air steht auf Rang vier erstmals eine nicht-chinesische Airline. Die Niedrigpreis-Fluggesellschaft, die sich im März mit einer spektakulären Bestellung von 234 Airbus A320 auf einen Streich weltweite Aufmerksamkeit sicherte, gehört zu den großen Aufsteigern der Branche und profitiert vom Wachstum einer neuen Mittelklasse in Asien. Gerade übernahm sie ihre 100. Boeing 737. Die Luftfahrtanalysten des CAPA Center for Aviation in Sydney schätzen, dass bis zum Jahr 2020 rund 2,5 Milliarden Menschen in Asien zur Mittelklasse zählen werden, die sich Reisen per Flugzeug leisten können. Mitte November stand auch in Malaysia eine Tochter von Lionair kurz vor der Betriebsaufnahme. Rund 32 Millionen Passagiere erwartet die Fluggesellschaft für 2013.

Mit 30,4 Millionen Passagieren von Januar bis September scheint Air Asia aus Malaysia 2013 mindestens auf einen ähnlichen Rang zu kommen. Die von dem früheren Musikmanager Tony Fernandes geführte Gruppe hat sich bereits erfolgreich nach Thailand ausgebreitet. Dagegen scheiterten Pläne, auch in Japan Fuß zu fassen, und Air Asia verkaufte ihre Anteile an der japanischen Tochter an ANA. Eingestellt wurden zudem Langstreckenflüge nach London mit geleasten Airbus A340-313X. Ab 2017 erhält Air Asia jedoch neue Airbus A350, mit denen Tony Fernandes einen zweiten Anlauf in Richtung Europa wagen will.

Mit gut 30,1 Millionen Fluggästen zwischen Januar und September 2013 folgt auf Rang sechs die All Nippon Airways Group aus Japan. Die spätestens als Erstbetreiber der Boeing 787 weltbekannt gewordene Airline baut systematisch den Tokioter Flughafen Haneda für ihre Langstreckenflüge aus. Im selben Zeitraum beförderte die Japan Airlines Group mit dem Drehkreuz Tokio-Narita rund 28,6 Millionen Passagiere.


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