24.03.2017
FLUG REVUE

neo-Großkunde leidet unter Getriebefan-KinderkrankheitenIndiGo beschränkt Reiseflughöhe ihrer A320neo

Die indische Fluggesellschaft IndiGo hat ihre Piloten angewiesen, als maximale Reiseflughöhe ihrer Airbus A320neo nur noch auf 30.000 Fuß zu steigen, um die Triebwerke der neuen Zweistrahler zu schonen.

Airbus A320neo IndiGo

IndiGo will die Getriebefan-Triebwerke ihrer neuen A320neo durch eine niedrigere Reiseflughöhe schonen. Foto und Copyright: Airbus  

 

Die indische Webseite "Livemint" berichtete, ihr liege die Airline-Anweisung an deren A320neo-Piloten vor, im normalen Linienbetrieb statt der üblichen 36.000 Fuß (10.973 Meter) nur noch auf maximal 30.000 Fuß (9144 Meter) Reiseflughöhe zu steigen. Grund der Maßnahme sei die beabsichtigte Schonung der neuartigen Pratt & Whitney-Getriebefan-Triebwerke der A320neo. Die Airline nehme dafür einen höheren Kraftstoffverbrauch in Kauf.

Am 21. März habe IndiGo-Flugbetriebsvorstand Ashim Mittra seine Piloten angewiesen, die Flughöhe auf 30.000 Fuß zu beschränken, um eine mögliche Störung des Triebwerks-Ölsystems zu vermeiden. Diese Empfehlung gehe auf einen Rat von Pratt & Whitney zurück. Die Piloten sollten für den erhöhten Kraftstoffverbrauch in der niedrigeren Flugfläche mehr Treibstoff mitnehmen. Der Triebwerkshersteller analysiere die Probleme ständig.

Die indische Luftfahrtbehörde hatte die A320neo-Betreiber Indigo und GoAir bereits angewiesen, ihre Überwachung der neuen Triebwerke zu verschärfen. Anfang März war sie von leitenden Mitarbeitern von Pratt & Whitney über den aktuellen Stand informiert worden. Im Januar und Februar waren ingesamt vier Störungen an indischen A320neo-Triebwerken bekannt geworden, einmal sogar ein Triebwerksbrand. IndiGo hat bereits 19 Airbus A320neo im Einsatz. Bestellt hat sie sogar 411 Flugzeuge. GoAir setzt bisher sechs A320neo ein und hat 140 bestellt.

Die hochmodernen, sehr wirtschaftlichen und technisch viel versprechenden Getriebefans leiden noch unter Kinderkrankheiten. Dazu zählen deutlich verlängerte Anlasszeiten, Probleme mit der Brennkammerisolierung, leckende Öldichtungen und irrtümliche Warnungen vor Metallspänen im Ölkreislauf.

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www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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