22.06.2016
aero.de

KreiseIndiGo übernimmt zwei A320neo von Qatar Airways

Zwar testet Airbus bereits ein Triebwerks-Update für die A320neo, Qatar Airways nimmt offenbar trotzdem Abstand von zwei frühen Flugzeugen. Airbus reiche die ersten beiden A320neo des Qatar-Auftrags an IndiGo weiter, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen aero.de am Dienstag.

Qatar Airways Airbus A320neo

Airbus A320neo im Design von Qatar Airways. Grafik und Copyright: Airbus  

 

Qatar Airways lehnt seit einem halben Jahr die Auslieferungen wegen Mängeln an den PW1100G-Triebwerken von Pratt & Whitney kategorisch ab. Airlinechef Akbar Al-Baker hatte vor Kurzem zudem bestätigt, zumindest von der Auslieferung des ersten Flugzeug inzwischen zurückgetreten zu sein.

Seine Airline werde Airbus auch die vier folgenden A320neo absagen, sobald die Rücktrittsklausel in den Verträgen greife, sagte Al-Baker "Reuters". Qatar Airways fehlten für den Sommer fünf fest eingeplante Flugzeuge. "Wir befinden uns in einer Sackgasse."

Die Airline aus Doha hat 50 A320neo bestellt und ist gerade sehr unzufrieden mit Airbus. Jetzt will Al-Baker einen Umstieg auf das LEAP-1A von CFM prüfen lassen - oder sogar ganz auf die Boeing 737 MAX umschwenken.

Die Neuzuweisung der ersten zwei Qatar-Flugzeuge an IndiGo wollte Airbus weder bestätigen noch dementieren. Vertragsgeheimnis, sagte eine Sprecherin auf Anfrage.

Problem gelöst?

Pratt & Whitney liefert inzwischen technisch modifizierte Triebwerke an Airbus, mit denen sich das lange Anlass-Procedure verkürzt.

Zwischen Flugeinsätzen sind derzeit noch mehrminütige Leerlaufphasen ohne Kraftstoffeinspritzung vorgeschrieben, um die Getriebfans gleichmäßig zu kühlen und Schäden, etwa durch hitzebedingtes Verbiegen von Teilen, vorzubeugen.

Airbus testete das Triebwerks-Update vergangene Woche in der Sommerhitze von Al Ain mit einem noch nicht ausgelieferten Kundenflugzeug, der dritten A320neo für Lufthansa.

Erweisen sich die Triebwerke als hitzebeständig, will Airbus verlorenen Boden gutmachen und Flugzeuge schneller ausliefern. Für die vollständige Umstellung der Produktion auf A320neo plant Airbus mittlerweile allerdings mehr Zeit ein - die letzte A320ceo werde wohl erst 2019 vom Band laufen, sagte Airbus-Chef Fabrice Brégier Anfang Juni.

aero.de/Dennis Dahlenburg


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