23.10.2017
FLUG REVUE

Unbezahlte FlughafengebührenIsland legt airberlin-Airbus an die Kette

Seit dem vergangenen Donnerstag verweigert die isländische Fluggesellschaft Isavia einem Airbus A320 der insolventen airberlin die Abfertigung. Die Isländer wollen damit ausstehende Flughafengebühren eintreiben.

Airbus A320-200 airberlin

Ein Airbus A320 von airberlin (Archivbild) wurde in Island wegen unbezahlter Gebühren an die Kette gelegt. Foto und Copyright: airberlin  

 

Der deutsche Airbus wurde auf dem Vorfeld des internationalen Flughafens Keflavik mit Schneepflügen "eingeparkt", um jede unerlaubte Bewegung zu verhindern. Auch am Montag dauerte das Grounding an. Der isländische Flughafenbetreiber Isavia teilte dazu mit, das Flugzeug werde wegen unbezahlter Abfertigungsgebühren blockiert. Gemäß des isländischen Luftfahrtgesetzes erzwinge man damit die Bezahlung von Leistungen, die bereits erbracht worden seien. Isavia werde bei Bedarf Personal abordnen, um den Passagieren zu helfen, die durch die Maßnahme Hilfe benötigten. airberlin holte ihre gestrandeten Fluggäste mit einem Ersatzflugzeug ab.

Die Isländer erklärten in einer zweiten Pressemitteilung, ihre Handlung sei rechtmäßig und folge isländischem Recht. Islands Luftfahrtgesetz Nr. 136 schreibe vor: "Die zivilen Flughafendienstleister dürfen den Start eines Flugzeugs oder aller anderen Flüge des gleichen Eigentümers verhindern, bis alle offenen Gebührenrechnungen bezahlt sind oder bis eine Sicherheit hinterlegt ist." Alle Airlines in Keflavik seien verpflichtet, ihre festgelegten Gebühren zu bezahlen. Airberlin hätte diese vorhersehbaren Ausgaben anteilig vorab in ihre Ticketpreise einrechnen müssen, mahnte Isavia.

Das von airberlin für diesen Fall beanspruchte deutsche Insolvenzrecht gelte nicht in Island. Die Berliner hatten verlangt, dass Isavia ihre Ansprüche vor der Erklärung der Insolvenz, Mitte August, in die sogenannte "Insolvenztabelle" einträgt. Dort werden alle Ansprüche sämtlicher Gläubiger gesammelt und anteilig aus dem Restvermögen entschädigt. Dieses Verfahren kann allerdings länger dauern und mit nur anteiliger Erstattung offener Beträge enden. Isavia gab bekannt, dass sich ihre Ansprüche nur gegen dieses eine airberlin-Flugzeug richteten und dass man andere airberlin-Flugzeuge nicht auch noch festsetzen werde.

Unterdessen bereitet sich airberlin auf ihren letzten Linienflug unter eigener Flugnummer vor. Er soll am Freitag, dem 27. Oktober, als AB6210 von München nach Berlin-Tegel führen und dort um 22.45 Uhr landen. Der Flughafen Tegel will ausnahmsweise seine Besucherterrasse nachts öffnen, damit die Fans sich gebührend verabschieden können.

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www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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