03.07.2018
FLUG REVUE

Zwischen Tablett und Tablet-ComputerLufthansa erneuert Flugbegleiterausbildung

Lufthansa Aviation Training hat im Juni erstmals Flugbegleiter nach einem neuen Verfahren ausgebildet. Dabei spielen elektronische Hilfsmittel und die "Freiheit zum Fehler machen" in der Lernphase die wichtigste Rolle.

Flubgegleiter Ausbildung Lufthansa Aviation Training

In dieser Trainingsgalley lernen Lufthansa-Flugbegleiter, die komplizierten Serviceabläufe an Bord in der geforderten Zeit zu schaffen. Foto und Copyright: Lufthansa  

 

Lufthansa Aviation Training habe im Bereich des Safety & Service Trainings die sogenannte Flugbegleitergrundausbildung für die Lufthansa Airline inhaltlich und technisch umfassend überarbeitet, teilte die LH-Trainingstochter am Montag mit. Die ersten Teilnehmerinnen und Teilnehmer hätten die neue Ausbildung bereits im Juni in München erfolgreich abgeschlossen.

Nahezu 35.000 Flugbegleiter verschiedener Airlines durchlaufen ihre jährlich wiederkehrenden Schulungen zur Lizenzerhaltung in den Trainingscentern der Lufthansa Aviation Training (LAT). Hinzu kommen über 2.500 neue Flugbegleiter, die in diesem Jahr an den sechs Safety & Service Training Standorten ausgebildet werden. Darunter auch die Nachwuchs-Kabinencrews der Lufthansa Airline. Deren Flugbegleitergrundausbildung wurde nun von der LAT inhaltlich und technisch völlig neu aufgesetzt. Das Ergebnis ist eine Ausbildung, die Digitalisierung, Konnektivität und Individualisierung berücksichtigt. Gemeinsam mit den Airlines der Lufthansa Group beobachtet und bewertet die LAT diese Trends fortlaufend und entwickelt Ausbildungen und Trainingsinhalte weiter. 

Für die neue Flugbegleitergrundausbildung der Lufthansa bedeute das zum Beispiel, dass Tablets als zentrales Arbeits- und Lernmittel eingesetzt würden. Den Trainees werde zudem sehr viel Eigenverantwortung hinsichtlich Ort, Raum und Zeit für das individuelle Lernen eingeräumt. Da die Teilnehmer direkt an den LAT-Standorten in Frankfurt und München ausgebildet würden, sei es möglich, sie vom ersten Tag intensiv an ihren zukünftigen Arbeitgeber heranzuführen, z.B. indem sie zum Start direkt bei Lufthansa selbst und nicht im Trainingszentrum begrüßt würden.

Neu ist auch, dass nun selbstständig anhand von Tutorials, die über QR-Codes in den Trainingszentren aufgerufen werden, geübt werden kann, und zwar in extra dafür vorgesehenen Übungsräumen. Erstmalig wurde damit eine Trennung von Übungs- und Bewertungsräumen realisiert. Lernen funktioniert dann am besten, wenn Fehler gemacht werden dürfen. In einem geschützten Raum, unbeobachtet von den Trainern, haben die Trainees jetzt die Möglichkeit sich auszuprobieren ohne jedoch das Gefühl haben zu müssen, dass eventuelle Fehler im Training Einfluss auf den grundsätzlichen Erfolg ihrer Ausbildung haben. Sie lernen daher befreiter und effizienter.

Bewertet werden sie dann in explizit dafür ausgewiesenen Räumen. Damit die zukünftigen Flugbegleiter/innen auch beim Online-Lernen nicht allein gelassen werden, ermöglicht ihnen ein e-Tutoren-System die persönliche Unterstützung bei Nachfragen und Unklarheiten. Seit März 2018 laufen bereits mehrere Kurse nach dem neuen Format – die ersten fertigen Absolventen und Absolventinnen der neuen Methode haben mittlerweile ihren Dienst bei Lufthansa aufgenommen.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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