02.08.2016
FLUG REVUE

Januar bis Juni “solide”Lufthansa erwartet „schwieriges zweites Halbjahr“

Terroranschläge in Europa und wirtschaftliche Unsicherheit belasten Vorausbuchungen auf Langstrecken nach Europa deutlich. Deshalb reduziert die Lufthansa ihre Prognose für das Adjusted EBIT auf „unter Vorjahr“.

Lufthansa A320 Logo vorn

Die Lufthansa hat mit einem schwierigen Umfeld zu kämpfen (Foto: Lufthansa).  

 

„Die Terroranschläge in Europa, aber auch die zunehmende politische und wirtschaftliche Unsicherheit hinterlassen im Passagierverkehr ihre Spuren“, so Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG. „Deshalb werden wir Effizienzsteigerungen noch konsequenter vorantreiben“.

Für das Gesamtjahr rechnet die Lufthansa Group mit einem Adjusted EBIT unter dem Vorjahreswert von 1,8 Milliarden Euro. Vor allem im dritten Quartal erwartet das Geschäftsfeld Passage Airline Gruppe eine sehr schwache Erlösentwicklung. Für das gesamte zweite Halbjahr wird ein Rückgang der währungsbereinigten Stückerlöse um 8 bis 9 Prozent unterstellt. Das geplante Kapazitätswachstum für das Gesamtjahr wird von 6,0 auf 5,4 Prozent gesenkt.

„Die aktuellen Marktentwicklungen unterstreichen die Richtigkeit unserer Drei-Säulen-Strategie. Sie gibt uns die Flexibilität, um die richtigen Antworten auf das stark veränderte Marktumfeld zu finden“, sagt Carsten Spohr. „Bei den Netzwerk-Airlines haben wir zuletzt wichtige Weichen gestellt, um Erlösqualität und Kostenstrukturen nachhaltig zu verbessern – von der fortgesetzten Flottenerneuerung über Produktverbesserungen wie dem Internet auf der Kurzstrecke bis zum Tarifabschluss mit UFO.“

Umsatzrückgang im ersten Halbjahr mit großen Problemen beim Frachtgeschäft

Die Umsätze der Lufthansa Group sind im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2016 um 2,1 Prozent auf 15,0 Milliarden Euro gesunken. Die Verkehrserlöse nahmen trotz höherer Passagierzahlen um 4,5 Prozent ab, was den Preisdruck bei den Airlines und im Frachtgeschäft widerspiegelt.

Trotz geringerer Umsätze ist das Adjusted EBIT um 61 Millionen Euro auf 529 Millionen Euro gestiegen. Die Ergebnisentwicklung reflektiert die günstigeren Treibstoffpreise und verbesserte Kostenstrukturen. So sind die um Währungseffekte und Treibstoffkosten bereinigten Stückkosten im ersten Halbjahr um 1,3 Prozent gefallen. Die Entlastung bei den Treibstoffkosten beträgt 597 Millionen Euro.

„Zwar zeigen sich in der Bilanz nach wie vor die volatilen Veränderungen bei unseren Pensionsrückstellungen“, sagt Simone Menne, Vorstand Finanzen der Deutschen Lufthansa AG. „Aber diese fallen deutlich schwächer aus als im Vorjahr, da wir die gute Ergebnisentwicklung im vergangenen Jahr genutzt haben, um unserem Eigenkapital rund eine Milliarde Euro zuzuführen. In diesem Geschäftsjahr werden wir eine weitere Stabilisierung aus einem im langjährigen Vergleich immer noch guten Ergebnis und positiven Effekten aus Tarifabschlüssen sehen.“

Treibend für die Ergebnisverbesserung der Lufthansa Group im ersten Halbjahr war die positive Entwicklung bei Lufthansa Passage, die im ersten und im zweiten Quartal ihr operatives Ergebnis jeweils signifikant gesteigert hat. Insgesamt weist die Lufthansa Passage ein um 281 Millionen Euro auf 387 Millionen Euro gestiegenes Ergebnis aus, entsprechend einer Margenverbesserung um 3,8 Prozentpunkte auf 5,2 Prozent. Dies ist unter anderem auf strikte Kapazitätsdisziplin zurückzuführen.

Die beste Marge der Netzwerk-Airlines hat mit 6,3 Prozent weiterhin SWISS, obwohl sich deren Ergebnis im ersten Halbjahr aufgrund der ökonomischen Effekte des starken Schweizer Franken um 47 Millionen Euro verschlechtert hat. Ein um 16 Millionen Euro verbessertes Ergebnis erwirtschaftete Austrian Airlines, während sich das kumulierte Beteiligungsergebnis von SunExpress und Brussels Airlines um 40 Millionen Euro verschlechtert hat. Beide Beteiligungsgesellschaften sind derzeit in sehr schwierigen Märkten unterwegs.

Das Ergebnis von Eurowings liegt zum Halbjahr um 67 Millionen Euro unter Vorjahr, was im Wesentlichen auf Aufbau- und Anlaufkosten sowie das anspruchsvolle Wettbewerbsumfeld zurückzuführen ist.

Die größte Ergebnisverschlechterung stellte sich mit 95 Millionen Euro bei Lufthansa Cargo ein. Im Frachtverkehr liegen die Durchschnittserlöse aufgrund der massiven Überkapazitäten mittlerweile auf dem Niveau der Finanzkrise von 2009. Lufthansa Cargo wird deshalb über ein Kostensenkungsprogramm 80 Millionen Euro einsparen, doppelt so viel wie ursprünglich geplant.



Weitere interessante Inhalte
Größte deutsche Fluggesellschaft Lufthansa: Die Flotte

18.01.2018 - 343 Flugzeuge sind momentan bei der größten deutschen Airline im Einsatz. Die größte Maschine der Lufthansa bietet Platz für 509 Passagiere, die Kleinste für 90. … weiter

Bestseller aus Europa Top 10: Die größten Kunden der A320-Familie von Airbus

16.01.2018 - Mit mehr als 14000 verkauften Flugzeugen ist die A320-Familie der größte Erfolg von Airbus. Welche Airlines haben die meisten Maschinen der A320-Familie bestellt? … weiter

Jumbo-Jet-Kunden Top 10: Airlines mit der größten Boeing 747-Flotte

11.01.2018 - Viele Jahrzehnte war die Boeing 747 das größte Passagierflugzeug der Welt. Fast jede internationale Airline auf der Welt setzte auf den Jumbo Jet aus Seattle. Wer kaufte die meisten Exemplare der … weiter

Neuer Passagierrekord 2017 Lufthansa-Gruppe fliegt 130 Millionen Passagiere

10.01.2018 - Die Airlines der Lufthansa Group haben im Jahr 2017 rund 130 Millionen Fluggäste transportiert und damit einen neuen Passagierrekord erzielt. Das Wachstum war auch auf die Effekte der … weiter

Lufthansa Group Mehr als 8000 Mitarbeiter gesucht

08.01.2018 - Die Airlines des Lufthansa-Konzerns stellen 2018 vor allem Kabinenpersonal ein. … weiter


FLUG REVUE 02/2018

FLUG REVUE
02/2018
08.01.2018

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Letzte F-16 aus Fort Worth
- Insolvenz NIKI
- Die Neuen von Cessna
- Sea Lion für die Marineflieger
- Sparwunder Open Rotor
- Passagierjets ohne Piloten?
- Raumstation im Marsorbit?